Antwort schreiben 
 
Themabewertung:
  • 1 Bewertungen - 5 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Alte und besondere Bäume
19.12.2016, 13:54 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.12.2016 14:03 von Lupus.)
Beitrag #21
RE: Alte und besondere Bäume
Tote Bäume für das Leben!
Biologische Station Oberberg startet Projekt zur Erhaltung von Alt- und Totholz in Oberbergischen Schutzgebieten Dank der finanziellen Unterstützung des Oberbergischen Kreises startet die Biologische Station Oberberg ab sofort
das Projekt „Tote Bäume für das Leben“. Alte Laubbäume sollen per Vertrag zwischen Privatwaldbesitzer und Biologischer Station von der Nutzung ausgeschlossen und ihrem natürlichen Alterungs- und Zerfallsprozess
überlassen werden. „Alte, knorrige, teils charismatische Laubbäume - am besten mit Totholzanteilen und natürlich entstandenen Höhlen - sind von geringem wirtschaftlichem aber enormen ökologischem Wert, den es zu bewahren gilt“, erläutert Frank Herhaus, Leiter der Biologischen Station, das Projekt. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Flächen im Privateigentum. Das Projekt wird in Kooperation mit dem Oberbergischen Kreis, dem Waldbauernverband NRW und dem Regionalforstamt Bergisches Land umgesetzt. „Über den Weg des
Vertragsnaturschutzes möchten wir Waldbesitzer dafür gewinnen, einen kleinen Beitrag in ihrem Wald zu leisten“ formuliert Rainer Ludwigs vom Amt für Planung, Entwicklung und Mobilität die Unterstützung durch den Oberbergischen Kreis.
Die Vertreter des Waldbauernverbandes NRW – Bezirksgruppe Oberberg-Nord, Hans-Friedrich Hardt, und Bezirksgruppe Oberberg-Süd, Karl Wilhelm Dohrmann konnten von der Biologischen Station Oberberg als Projektpartner gewonnen
werden. Hardt und Dohrmann sind sich einig: „Wir Privatwaldbesitzer sind gerne bereit, Naturschutzmaßnahmen in unseren Wäldern zu unterstützen, solange dies – wie in diesem Projekt – auf freiwilliger Basis geschieht“. Man ist sich jedoch auch der Gefahren bewusst die vom Totholz ausgehen können: Äste die aus der Krone brechen oder sogar ganze kippende Bäume können eine ernsthafte
Gefahr darstellen. „Daher kommen für das Projekt nur Bäume in Frage, die weit genug von Wegen oder Erholungseinrichtungen entfernt liegen“ konkretisiert Günter Dieck, Leiter des Regionalforstamtes, das Vorhaben. Durch entsprechende Markierungen sollen auch Waldarbeiter die Bäume rechtzeitig wahrnehmen.
In der Tat sind unzählige Tiere und Pflanzen, darunter viele vom Aussterben bedrohte Arten, im höchsten Maße auf Alt- und Totholz angewiesen. Etwa 1350 verschiedene Käfer-, an die tausend Wespen-, verschiedenste Schmetterlingsarten, 600 Pilzarten sowie diverse Flechten, Farne und Moose bilden eine umfangreiche Lebensgemeinschaft. Spechte profitieren vom reichhaltigen Nahrungsangebot, ihre verlassenen Nisthöhlen nutzen zahlreiche andere Vogelarten, Fledermäuse,
Siebenschläfer oder Wildbienen zur „Nachmiete“. Vorsprünge unter morschen Wurzeln und bodennahen Stammteilen dienen Amphibien und Reptilien als Winterquartier. Kurz gesagt: Im Altund Totholz tobt das Leben! Alle Beteiligten sind sich einig: Nur gemeinsam bringen wir den Schutz von Arten voran. Und so ist dieses Projekt sicherlich ein gutes Beispiel der Zusammenarbeit für andere Regionen in NRW.

Weitere Informationen zum Projekt auch unter
http://www.BioStationOberberg.de


Angehängte Datei(en) Thumbnail(s)
       
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
26.12.2016, 23:29
Beitrag #22
RE: Alte und besondere Bäume
Einige sehr interessante Seiten zu den Themen Wald und Bäume:
http://www.peter-wohlleben.de/
http://waldfreunde-koenigsdorf.de/
http://www.forstbetrieb-huemmel.de/
http://ig-wiebachtal.de/


Angehängte Datei(en)
.jpg  sch.jpg (Größe: 67,2 KB / Downloads: 82)
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
10.01.2017, 14:49 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.01.2017 14:58 von Lupus.)
Beitrag #23
Baumlehrpfad Universität Wuppertal
Der Baumlehrpfad („Arboretum“) auf dem Campus Grifflenberg wurde zum zweiten Mal erweitert. Auf einem etwa ein Kilometer langen Rundweg um die Gebäude der Bergischen Universität Wuppertal kann man mittlerweile mehr als 90 Baumarten erkunden. Begleitend dazu gibt es nun eine neue Broschüre.

Der Baumlehrpfad startet am Haupteingang (Pförtner, Gebäude G, Gaußstr. 20). Dort steht an der Treppe, die zur Mensa führt, die erste Baumart, eine Rotblühende Rosskastanie. Die Bäume entlang des Uni-Arboretums sind mit Schildern markiert. Darauf kann man mehr über die Baumart (wissenschaftlicher und deutscher Name), die Pflanzenfamilie, das Hauptverbreitungsgebiet und gegebenenfalls die Namen der Baumpaten erfahren.

In der Broschüre stehen ergänzende Informationen zu den Baumarten und ihren Erkennungsmerkmalen. Die Baumarten sind darin in der Reihenfolge aufgeführt, wie sie auf dem Baumlehrpfad zu finden sind. Ein Plan zeigt die gesamte Wegstrecke. Die Baumarten sind darauf mit den Nummern 1 bis 90 verzeichnet.

Die Broschüre ist online als PDF-Da­tei oder bei Bücher Köndgen@uni in gedruckter Form zum Selbstkostenpreis von vier Euro erhältlich.

Seit 2012 gibt es auf dem Campus Grifflenberg den Baumlehrpfad. Das Uni-Arboretum ist eine Initiative von Botanikerin Prof. Dr. Gertrud Lohaus. Studierende und Beschäftigte der Bergischen Universität sowie Besucher aus der Bergischen Region können auf dem Rundweg verschiedene Baumarten sowie typische Forst-, Park- und Straßenbäume kennenlernen.

Weltweit gibt es mehrere Tausend Baumarten. Solch riesige Zahlen weist das Uni-Arboretum
der Bergischen Universität Wuppertal auf dem Campus Grifflenberg auch nach der
mittlerweile zweiten Erweiterung nicht auf. Aber vielleicht sind Sie froh, dass es hier überschaubarer ist. Sie haben Interesse an Gehölzen und wollten schon immer das eine Grün vom anderen unterscheiden können? Hier im Uni-Arboretum können Sie auf einem Rundweg um die Gebäude der Universität (ca. 1.000 m) die meisten Baumarten Deutschlands sowie typische Forst-, Park- und Straßenbäume kennenlernen. So können Sie aus der UN-Dekade der Biodiversität vielleicht ihre eigene Dekade der Biodiversität machen, wenn Sie als Studierende/r Ihr biologisches Wissen erweitern, als Mitarbeiter/in in der Mittagspause
einen kleinen Spaziergang machen oder als Besucher/in dieses schöne Gelände
für einen Rundgang nutzen. Untersuchungen zeigen, dass Menschen täglich etwa fünf neue „Begriffe“ lernen können, also gehen Sie ruhig häufiger den gleichen Weg, damit Sie in dem Einheitsgrün vielfältige Arten unterscheiden können.
Wenn wir als Menschen nicht in das Gelände, auf dem die Universität steht, eingegriffen hätten, wäre an dieser Stelle vermutlich ein bodensaurer Buchen- oder Buchenmischwald, dominiert von der Rot-Buche und gemischt mit der Stiel-Eiche oder der Vogelbeere.
Buchen- und Buchenmischwälder sind die natürliche Vegetation für den allergrößten Flächenanteil Deutschlands. In den Wäldern Deutschlands kommen ca. 70 Baumarten vor, von denen wiederum 26 Laubbaumarten und 7 Nadelbaumarten wirtschaftlich genutzt werden. Von den wirtschaftlich
genutzten Forstflächen sind 80% mit nur vier Baumarten bestockt (Gewöhnliche
Fichte, Wald-Kiefer, Rot-Buche, Stiel-Eiche). Von den 70 Baumarten wäre ca. die Hälfte auch vorhanden, wenn wir den Wald nicht forstwirtschaftlich nutzen und verändern würden. Aus forstwirtschaftlichen Gründen wurden jedoch bestimmte Baumarten eingeführt, z. B. die Douglasie oder die Rot-Eiche. Neben der wirtschaftlichen Nutzbarkeit der Bäume spielen für den Anbau bestimmter Baumarten auch andere Aspekte eine Rolle. So müssen
Bäume im Stadtgebiet z. B. stabil gegenüber dem Stadtklima und den Luftschadstoffen sein, oder in Folge der steigenden Temperaturen werden zukünftig vermutlich verstärkt solche Baumarten angepflanzt, die eher wärme- und trockenheitstolerant sind.
Wenn Sie sich auf den Weg durch das Uni-Arboretum machen, können Sie so „alte
Hasen“ wie die Rot-Buche, aber auch zukunftsweisende Baumarten wie die Ess-Kastanie entdecken. Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall viel Freude und viele Entdeckungen auf Ihrem Weg.

http://www.botanik.uni-wuppertal.de


Angehängte Datei(en) Thumbnail(s)
   
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
15.01.2017, 16:19 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.01.2017 16:33 von Lupus.)
Beitrag #24
Begräbniswald "Im Kempkenholz" in Remscheid/NRW
Der Begräbniswald "Im Kempkenholz" steht seit dem 01.01.2004 für die Bestattung von Aschen zur Verfügung. Er befindet sich im nördlichen Stadtgebiet nahe der Ortslage Oelingrath.
Sinn des Begräbniswaldes ist die naturnahe Bestattung von Aschen. Er ist aufgrund seines eindrucksvollen Baumbestandes ein besonderer Ort der Trauer und Erholung und bietet individuelle, naturnahe Bestattungen in einem naturbelassenen Waldstück als Alternative zur Bestattung auf einem Friedhof.
Im Begräbniswald werden Aschen im Wurzelbereich des vorhandenen Bewuchses bestattet. Eine Bestattung kann nur genehmigt werden, wenn dies von Todes wegen verfügt wurde.
Der zukünftige Nutzungsberechtigte wählt zusammen mit dem Revierförster einen "Bestattungsbaum" aus. Die Bestattung wird von der Friedhofsverwaltung durchgeführt. Das Nutzungsrecht wird für eine Dauer von 50 Jahren verliehen; je Bestattungsbaum können bis zu vier Aschen bestattet werden. Nach Ablauf kann das Nutzungsrecht verlängert werden.
Der Bestattungsbaum wird von jeglicher forstwirtschaftlicher Nutzung ausgeschlossen. Ausnahmen sind notwendige baumpflegerische Maßnahmen. Sollte ein Baum jedoch nicht mehr zu erhalten sein oder durch äußere Einflüsse umstürzen, wird ersatzweise ein neuer Baum gepflanzt.
Eine herkömmliche Grabpflege, wie sie von Friedhöfen bekannt ist, ist im Begräbniswald ausgeschlossen. Die Pflege wird der Natur überlassen. Dies heisst auch, dass Trauerkränze, Blumen usw. nicht abgelegt werden dürfen. Auch eine besondere Kennzeichnung der Bestattungsbäume in Form von Gedenkzeichen ist nicht zulässig.
Besondere Bäume (ob sagenhaft, uralt oder von knorriger Gestalt haben mich schon immer fasziniert) Nun ist für mich ein ganz besonderer Baum hinzugekommen. Im April 2016 verstarb meine Mutter.
Da die Stadt Radevormwald die Möglichkeit eines Waldbegräbnisses nicht anbietet, erwarb ich einen Begräbnisbaum im Begräbniswald Kemkenholz http://www.tbr-info.de/begraebniswald-im...nholz.html in Remscheid. Dort setzte ich meine Mutter im engsten Familienkreis im Wurzelbereich einer Rotbuche bei. Es war zwar ein sehr trauriges aber sehr tiefes Erlebnis. Seitdem sehe ich Bäume mit ganz neuen Augen und der Begräbnisbaum meiner Mutter ist für mich ein ganz besonderer Baum.


Angehängte Datei(en) Thumbnail(s)
           
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
27.02.2017, 03:39 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.02.2017 03:40 von Lupus.)
Beitrag #25
RE: Alte und besondere Bäume
Die Bürgerinitiative „Waldfreunde Königsdorf“ ist ein Zusammenschluss von engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus Frechen, Pulheim und Köln. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Königsdorfer Altwald als Naturschutzgebiet und Naherholungsraum zu erhalten.
Im Frühjahr 2010, nach wiederholtem massivem Holzeinschlag mit Schwermaschinen im Königsdorfer Wald, gründeten sich die Waldfreunde. Empörte Waldbesucher unter-stützten die Initiative gegen die Zerstörung und den Ausverkauf des Waldes mit mehr als 1700 Unterschriften.
Mit Hilfe des NRW-Umweltministeriums, das ein Mediationsverfahren unter neutraler Leitung angeordnet und finanziert hat, gelang es den Waldfreunden Ende 2012 nach fast zweijährigen Verhandlungen mit dem Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft, eine vertraglich verbindliche Einigung zu erzielen. Darüber wurde in der regionalen Presse ausführlich berichtet.
Nach Jahren intensiver forstwirtschaftlicher Nutzung des Königsdorfer Waldes stehen heute wieder die Belange des Naturschutzes sowie die Bedürfnisse Erholung suchender Menschen im Vordergrund.
Die Arbeit der Initiative ist noch längst nicht abgeschlossen. Es gilt weiterhin, im Dialog mit dem Forstamt zu bleiben, um die Umsetzung der vertraglichen Regelungen zu begleiten und die Erfolge sicherzustellen. Zu diesen gehören beispielsweise, dass Laubbäume, älter als 60 Jahre, nicht mehr gefällt und Rückepferde statt schwerer Erntemaschinen zur Waldbewirtschaftung eingesetzt werden.
Die Bürgerinitiative sieht ihre Aufgabe darin, über die bisher erreichten Ziele hinaus die Planung und Umsetzung von Maßnahmen der Forstbehörde auch in Zukunft zum Wohle des Königsdorfer Waldes zu beeinflussen.
Als Bürgerinitiative legen die Waldfreunde Königsdorf großen Wert auf Überparteilichkeit und Unabhängigkeit. Alle Mitglieder der Bürgerinitiative arbeiten ehrenamtlich. Wir finanzieren unsere Arbeit ausschließlich über Spenden und Eigenleistung.

Die Waldfreunde Königsdorf setzen sich ein für:
die vorrangige Beachtung des Naturschutzes und des Schutzes der Biodiversität im Königsdorfer Wald durch den Landesbetrieb Wald & Holz NRW und das zuständige Regionalforstamt,
die Erarbeitung eines fachlich fundierten Pflegekonzeptes für das Naturschutzgebiet,
den Erhalt des Erholungswertes dieses Waldgebietes für die Menschen,
keine Bearbeitung des Waldes mit jeglichem Gerät, das den Waldboden nachhaltig schädigt,
ein Ende der weiteren Parzellierung des Waldes durch das Anlegen neuer Rückegassen, die den Charakter des Waldes als zusammenhängendes Waldgebiet zerstören,
eine ausreichende Vergrößerung des geplanten Wildnisgebietes.

http://waldfreunde-koenigsdorf.de/


Angehängte Datei(en) Thumbnail(s)
               
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
02.03.2017, 09:55 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.03.2017 10:01 von Lupus.)
Beitrag #26
RE: Alte und besondere Bäume
Obstbäume sind, neben der Nutzung, der Lebensraum für viele Tierarten, die oft auf andere Flächen nicht ausweichen können und deshalb vom Aussterben bedroht sind. Obstwiesen beherbergen Tierarten, die in angrenzenden Flächen Schädlinge verzehren. Sie bilden damit auch ein Reservoir für eine biologische Schädlingsbekämpfung. Obstbäume bieten höhlenbrütenden Vögeln und auch Fledermäusen Brutplätze und Nahrung. Obstwiesen sind mit ihren großen Blütenflächen im Frühling eine unersetzliche Bienenweide.
Um die Obstwiesen zu erhalten, benötigen die Obstbäume eine regelmäßige Pflege, zu der auch der Obstbaumschnitt zählt. Auch Obstbäume im eigenen Garten bedürfen dieser Pflege.
Der RBN Bergischer Naturschutzverein, OV Radevormwald http://relaunch.bergischer-naturschutzve...-aktionen/ bietet aus diesem Grund u.a. Schnittkurse an:

Obstbaumschnitt-Kurs in Radevormwald - jüngere Bäume

Nicht zum ersten Mal auf der städtischen Obstwiese in Radevormwald-Herbeck findet in diesem Frühjahr ein Schnittkurs statt. Diese Fläche wird in Fachkreisen immer wieder lobend erwähnt und ist möglicherweise die einzige ihrer Art hier im Bergischen Land.
Marcus Nitzsche aus Köln, der die Obstbäume auf der städtischen Fläche gepflanzt hat und sie regelmäßig pflegt, bietet in Zusammenarbeit mit dem RBN (Berg. Naturschutzverein Radevormwald) in diesem Frühjahr wieder einen Schnittkurs an.
Die Bäume sind mittlerweile über 10 Jahre alt und tragen schon recht gut. Mehrere Ernte-Aktionen mit anschließendem Saft-Pressen im kleinen Rahmen haben in den Jahren mit Sylvia Schwanke einige Kindergarten-Gruppen begeistert. Insider erinnern sich bestimmt auch noch an die Dünge-Aktion mit dem Rückepferd im letzten Frühjahr. Dieses Mal ist der neue Umweltbeauftragte der Stadt Radevormwald, Matthäus Kozinski, zum ersten Mal dabei.

Der gegen Ende des Winters gewählte Termin ermöglicht auch die Behandlung von Steinobst (außer Süßkirschen) - in der Regel geht es ja meist um Äpfel oder Birnen.

Am Samstag, dem 18. März 2017 von 10.00 bis ca. 14.00 h werden - im Freien - in Herbeck Theorie und Praxis an Ort und Stelle erklärt und an einigen Bäumen beispielhaft umgesetzt. Treffpunkt und Parkplatz ist der Parkstreifen an der Herbecker Straße..

Wer Fragen zu seinem eigenen Werkzeug hat, kann dieses mitbringen.
Eine Bewirtung ist nicht möglich. Für ein Butterbrot, Obst oder Getränke sollte jeder selbst sorgen. Die nächsten Einkehr-Möglichkeiten sind an der Elberfelder Straße.
Geeignete wetterfeste warme Kleidung ist selbstverständlich erforderlich. Schriftliches Informations-Material zum Mitnehmen wie auch ein handliches Fachbuch kann an Ort und Stelle erworben bzw. empfohlen werden.

Die Gebühr beträgt € 20,-- je Person. Teilnehmerzahl mindestens 12, höchstens 20 Personen. Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich beim RBN per E-Mail unter kathi.hentzschel@web.de oder telefonisch unter 02195 3388 bis spätestens 13. März 2017.


Angehängte Datei(en) Thumbnail(s)
                   
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
14.03.2017, 09:31 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.03.2017 09:41 von Lupus.)
Beitrag #27
RE: Alte und besondere Bäume
Seit über 25 Jahren arbeitet die Fuhrhalterei Stertenbrink mit ihren fleißigen Kaltblutpferden zusammen. Sie unterstützen Stertenbrinks auf dem Feld, vor Kutschen, Planwagen und besonders im Wald. Die Fuhrhalterei hat sich auf die Forstwirtschaft spezialisiert und ein Verfahren entwickelt, um eine besonders schonende und zudem effiziente Forstwirtschaft zu betreiben. Hierbei
verzichtet sie auf große Maschinen im Wald. Zunächst werden die Bäume motormanuell gefällt. Anschließend kommen die Rückepferde zum Einsatz.
Aufmerksam, mit vollem Körpereinsatz und ein paar arkustischen Befehlen liefern sie täglich rund 200 Stämme aus dem Wald, die letztlich von der Forts-Spezial-Maschine aufgeladen und abtransportiert werden.
So schaffen sie zusammen mit ihren Vierbeinern eine wirklich nachhaltige Forstwirtschaft.
Weitere Informationen zur Arbeit mit den Rückepferden findet Ihr hier http://www.fuhrhalterei-stertenbrink.de/...pferde.pdf
Eine Adressenliste der Pferderücker in Deutschland ist hier http://www.ig-zugpferde.de/downloads/a25...rliste.pdf
zu finden.
2 Fotos u. Text wurden freundlicherweise von der Fuhrhalterei Stertenbrink zur Verfügung gestellt, die weiteren Fotos von Olaf Stracke und dem Fleilichtmuseum Glentleiten.


Angehängte Datei(en) Thumbnail(s)
               
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
23.03.2017, 17:50
Beitrag #28
RE: Alte und besondere Bäume
Geschenk zum Gira Jubiläum
111 Bäume für Radevormwald
Radevormwald, 16. März 2017. Schaufel und Spaten gehören bei der
Gira Giersiepen GmbH & Co. KG (http://www.gira.de) normalerweise nicht zu
den gängigen Arbeitswerkzeugen. Es sei denn, Gira Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter pflanzen Bäume. So wie am Dienstag dieser Woche, als
drei Gruppen mit insgesamt 24 Beschäftigten des Herstellers
intelligenter Lösungen für die Gebäudesteuerung unter fachkundiger
Anleitung von Siegfried Albert von der Gartenbau Baumschule
Huckenbeck KG und Jörg Krogull vom Jagdgebiet Honsberg 34 junge
Obstbäume an drei Stellen im Stadtgebiet von Radevormwald
eingesetzt haben: an der Bergstraße, auf der Digitalis Lichtung und auf
dem Gira Campus. Noch zwei Mal werden die Gira „Pflanz-Trupps“ in
diesem Monat ausrücken, um weitere 77 Bäume zu pflanzen, unter
anderem im Nordstadtpark von Radevormwald.
Wertvolle Biotope
Mit der Aktion, zu der sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des
Familienunternehmens freiwillig gemeldet haben, setzt Gira eine
Ankündigung aus dem Vorjahr um. Damals hatte der
Traditionsmittelständler aus Anlass seines 111-jährigen Jubiläums der
Stadt Radevormwald 111 Bäume gestiftet. Aus Witterungsgründen hatte
das Einpflanzen 2016 allerdings nicht mehr stattfinden können. „Im vor
der Tür stehenden Frühling können die jungen Bäume jetzt schneller
Wurzeln schlagen“, erklärt Jan Böttcher, bei Gira für die
Unternehmenskommunikation und das Nachhaltigkeitsmanagement
zuständig. In Absprache mit dem Landesbetrieb Wald und Holz
Nordrhein-Westfalen, der Stadt Radevormwald und dem Rheinisch
Bergischen Naturschutzverein hat sich Gira dazu entschieden,
inzwischen selten gewordene heimische Obstbäume verschiedener
„Alter“-Sorten, wieder in der Region anzusiedeln. „Wir hoffen, so dazu
beizutragen, dass hier künftig Streuobstwiesen entstehen und wir damit
in unserer unmittelbaren Umgebung etwas Gutes sowohl für die
Menschen als auch für die Umwelt tun“, erzählt Jan Böttcher. Denn
diese Biotope gelten als landschaftlich und ökologisch besonders
wertvoll, sind in Mitteleuropa aber kaum noch vorhanden.

Bildunterschriften
Mit Schaufel und Spaten: An drei Tagen im März pflanzen Gira
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 111 Obstbäume in Radevormwald, die
das Familienunternehmen aus Anlass seines 111-jährigen Bestehens
2016 der Stadt gestiftet hat. (Foto: Gira)

„Einen Baum zu pflanzen gehört zu den Dingen, die man in seinem
Leben unbedingt gemacht haben sollte“, heißt es. 24 Gira
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können dies jetzt mit Fug und Recht
von sich sagen. (Foto: Gira)

Ökologisch und landschaftlich wertvoll: Mit den gestifteten 111 Bäumen
hofft Gira dazu beitragen, dass hier künftig wieder Streuobstwiesen
entstehen, die in Mitteleuropa selten geworden sind. (Foto: Gira)


Angehängte Datei(en) Thumbnail(s)
           
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
19.05.2017, 12:44 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.05.2017 18:27 von Lupus.)
Beitrag #29
Die Mistel Viscum album
Die Mistel ist ein immergrüner Halbschmarotzer auf Laub- und Nadelbäumen. Sie hat grünliche Blüten und weiße Scheinbeerenfrüchte. Wasser und Mineralsalze nimmt die Mistel mit Haustorien auf, Kohlenhydrate bildet sie durch Photosynthese selbst. In Deutschland kommen die Laubmistel Viscum album auf Laubbäumen (Apfel, Pappel, Weide, Robinie, Weißdorn u. verschiedene Sorbus-Arten), die Kiefernmistel Viscum laxum auf Kiefer und die Tannenmistel Viscum abietis hauptsächlich auf Weißtanne vor. Im Raum Dresden kommt die Eichenmistel Loranthus europaeus vor, die nur auf Eichen und echten Kastanien schmarotzt. Interessante Infos über die Mistel und über die Vogelwelt der Mistel findet Ihr hier http://forum.fluegelvieh.de/showthread.php?tid=238 siehe die Beiträge 19,20,21 sowie die Beiträge 23 und 24
Das Stadtmuseum Schwabach verfügt über mehrere interessante Eiersammlungen und beschäftigte sich u.a. auch mit der Ornithologie. Vor Jahren erhielt das Museum von mir ein Exponat "die Vogelwelt der Mistel" und die dortige Stadtgärtnerei http://www.schwabach.de/de/stadtverwaltu...chutz.html einen getopften Weißdorn mit einer Laubmistel Viscum album. Dieses Pflanzen-Duo sollte im O'Brien-Park oder auf dem Gärtnerei-Gelände ausgepflanzt werden. Mittlerweile hat sich das Duo zu einem dekorativen und für die Insekten- und Vogelwelt interessanten Gehölz entwickelt.
In diesem Jahr erhielt auch die Universität Rostock http://www.zoologie.uni-rostock.de/sammlung/ ein Exponat "Die Vogelwelt der Mistel" von mir.


Angehängte Datei(en) Thumbnail(s)
               
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
12.06.2017, 17:54 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.06.2017 22:05 von Lupus.)
Beitrag #30
Die Kaiserlinde auf Schloß Burg
Schloß Burg https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Burg ist eines der bekanntesten und beliebtesten Wahrzeichen des Bergischen Landes. Diese Burganlage war seit dem 12. Jahrhundert die Stammburg der Grafen von Berg, die u.a. auch über Jahrhunderte hinweg die Zucht der Bergischen Kräher http://forum.fluegelvieh.de/showthread.php?tid=1649 förderten.
Schloß Burg ist nicht nur für Historiker und Touristen von großem Interesse, sondern bietet auch Baumfreunden 2 interessante Sehenswürdigkeiten, die Kaiserlinde und eine über 22 m lange Fichtenbank.
Die Kaiserlinde, deren Stammumfang in 1 m Höhe aufgrund der unregelmäßigen Wuchsform sich nicht feststellen läßt, ist eine Winterlinde Tilia cordata. Von den Ordensleuten wurde die Linde so beschnitten, daß sowohl in ihr als auch unter ihr eine
Laube eingerichtet war, daraus ergibt sich auch die besondere, untypische Form der Linde.Die Kaiserlinde ist als Naturdenkmal innerhalb des Solinger Stadtgebietes gelistet. Die Linde steht im ehemaligen Pfarrgarten von Schloß Burg, der ursprünlich viel größer war, so daß die Linde in seiner Mitte stand.
Dankenswerterweise stellte mir der Schloßbauverein Burg an der Wupper e.V. nachfolgende Fotos zur Verfügung.


Angehängte Datei(en) Thumbnail(s)
                       
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
19.06.2017, 13:00 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 19.06.2017 15:30 von Lupus.)
Beitrag #31
Die Wolfs- und die Feeneibe zu Dahlhausen
Vor langer, langer Zeit, noch bevor die tiefen und undurchdringlichen Eichen- und Buchenwälder im Tal der Wupper von Menschen bewohnt waren, lebte zwischen den heutigen Ortschaften Beyenburg und Krebsöge eine wunderschöne Fee, die wurde immer von einem strohgoldenen Wolf begleitet.
Eines Tages ergab es sich, dass eine Jagdgesellschaft mit der Brackenmeute auf der Jagd nach dem Ur, dem Wisent und dem wilden Keiler, das Tal der Wupper streifte.
Der wildeste Jäger, ein blonder Bursche von edlem Geblüt, der mit den Hunden voranritt, sah die Fee und den Wolf. Sein Herz entflammte für die schöne Erscheinung und er nahm die Verfolgung der flüchtenden entschwebenden Wesen auf.
Die Wupper war noch ein wilder Fluß, der sich selbst das Bett grub und öfters seinen Lauf änderte.
Wo sich heute die Wupperinsel nahe der Ortschaft Dahlhausen befindet, endete die wilde Hatz. Die Hunde hatten den Wolf gestellt. Der Jäger nahm seinen Bogen und den Speer aus Eibenholz und erlegte den Wolf.
Als er zu dem Wolf ging, war der nicht auffindbar. Der Jäger legte seinen Bogen am Erlegungsort nieder. Er nahm seinen Speer und ging zu der Stelle, von wo er die Fee entfleuchen sah. Als er weder die Fee noch den Wolf fand, rammte der Jäger seinen Speer in den Boden.
Am Erlegungsort des Wolfes wachsen heute noch auf der Wupperinsel Eiben, umrankt von gelblühenden Wildrosen. Rote Wildrosen umranken die Eibe an dem Ort, wo die Fee für immer verschwand. Die Eiben heißen im Volksmund "Die Wolfseibe" und "Die Feeneibe".
Weder der Wolf noch die Fee wurden jemals wieder gesehen. Man sagt, dass in dunklen Nächten, wenn der Wind die Wolken jagt und die Äste der Buchen und Eichen zaust, man im Tal der Wupper, entfernt ein sehnsüchtiges Heulen, wie das eines Wolfes hören kann.
Von den Berghöhen sieht man, besonders im Frühjahr und im Herbst, zwischen Nacht und Traum, die Feenschleier durch das Tal der Wupper ziehen.


Angehängte Datei(en) Thumbnail(s)
       

.jpg  Wolfseibe3.JPG (Größe: 37,7 KB / Downloads: 18)
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
25.07.2017, 21:23 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.07.2017 21:28 von Lupus.)
Beitrag #32
Die Schillerlinde in Radevormwald
Zwischen den Ortschaften Radevormwald-Dahlhausen und Radevormwald-Wilhelmstal steht seit über 100 Jahren die Schillerlinde nahe der Bahnstrecke:
Aus der "Radevormwalder Zeitung", No.109, 14.Jahrgang, von Mittwoch, den 10.Mai 1905 Dahlhausen. Eine SCHILLERGEDENKFEIER, wie sie als Volksfeier kaum schöner und würdiger sein kann, fand vorgestern abend in unserem Orte statt. Nach Eintritt der Dunkelheit sammelten sich die verschiedenen Vereine, um unter Vorantritt der Philharmonie-Radevormwald in geschlossenem Zuge, begleitet von einer zahlreichen
Volksmenge, zum sog. Ziegelfeld zu marschieren, woselbst ein mächtiges Feuer abgebrannt wurde. Nach einem gemeinsamen Gesang ergriff Herr Rektor Schmidt das Wort, um auf die Bedeutung des Schillerfeuers hinzuweisen und in begeisternden Worten daran zu erinnern, was dieser Geistesheld dem deutschen Volke ist und für alle Zeiten bleiben wird. Nach Absingen des Liedes "Deutschland, Deutschland
über alles" wurde der Rückmarsch angetreten und die Feier im Saale von Wwe. Rob.Berghaus fortgesetzt. Herr Dr.Maurer eröffnete den Kommers mit einer Begrüßungsansprache. Abwechslungsreiche Unterhaltung boten Musikvorträge und einige hübsch vorgetragene Lieder des Wuppertaler Sängerbundes, ferner Deklamationen aus Schillers Werken, die sehr wirkungsvoll vorgetragen wurden.
Der gestrige Tag soll der Schuljugend gewidmet sein, die nach der Schulfeier im Beisein von Freunden der Schule zum Andenken an den großen Dichter eine SCHILLERLINDE pflanzten."
Aus der Rede: "...möge der eingepflanzte Baum festgewurzelt stehen, fröhlich wachsen und gedeihen zu(m) (..) Gedächtnis des großen (..) Dichters...


Angehängte Datei(en) Thumbnail(s)
       
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
28.07.2017, 07:12 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.07.2017 07:14 von Lupus.)
Beitrag #33
Die Fehmelinde zu Remlingrade
Das Zusammenleben der Germanen unterlag den Stammesgesetzen und den Gestezen des Thing. Das Thing, das war die Rats- und Gerichtsversammlung aller Freien. Die Freien bildeten damals den Großteil der Bevölkerung. Sie durften Waffen tragen, hatten keine Abgaben zu zahlen,und waren vollwertige Teilnehmer des Thing, sofern sie einen festen Wohnsitz hatten. Das Thing existierte in der germanischen Gesellschaft auf verschiedenen Ebenen und hatte mehrere Aufgaben. Nach Rücksprache mit einigen Vertretern der Freien bestimmten sie, was dort verhandelt wurde. Die Thingversammlung wählte Anführer und manchmal sogar Könige, die anfangs kein Erbrecht besaßen und über ihre Entscheidungen Rechenschaft ablegen mußten. Wenn es dem König nicht gelang, das Volk zu überzeugen, mußte er die Entschlüsse der Mehrheit billigen. Ablehnung eines Vorschlages wurde von den Teilnehmern durch Murren, Annahme durch Aneinanderschlagen
ihrer Waffen zum Ausdruck gebracht. Aus einem Bericht von TACITUS wissen wir zwar, daß die Stimmenmehrheit der Freien entschied, es ist aber zu vermuten, daß die Adligen aufgrund ihres Standes mehr Recht bekamen, als ihnen zahlenmäßig zustand. Wurde im Kriegsfall ein Anführer gewählt, der die Krieger in die Schlachten führen sollte, so galt die Wahl nur für die Dauer des Kampfes. Außerdem war der Thing den Germanen das einzige gesetzgebende und rechtsprechende Organ. Die Alten und Gesetzsprecher leiteten die Debatten. Sie waren die einzigen Träger des schriftlich nicht festgehaltenen Gesetzes. Verhöre gab es nicht, und die Angeklagten konnten sich vor der Versammlung selbst verteidigen. Zeugen der Anklage und der Beklagten sagten unter Eid aus und mußten ihre Ehrhaftigkeit von sogenannten Eideshelfern bestätigen lassen.
In der Zeit der „Völkerwanderung“ verließen große Scharen ihre skandinavische Heimat aufgrund der niedrigen Temperaturen und ließen sich in Teilen des mittleren Norddeutschlands nieder, wo sie sich mit der dortigen Bevölkerung vermischten. So entstand das Volk der „Sachsen“. Als nach einem Jahrhundert der Siedlungsraum zu kanpp wurde, zog ein Teil der Sachsen nach Südwesten in das damals menschenleere ostbergische Gebiet, wo sie sich niederließen und Höfe errichteten. So wurde der ostbergische Raum, der an die Siedlungsgebiete der Franken grenzte, zum Sachsenland. Wie sie es aus ihrem Herkunftsland gewöhnt waren, bildeten die Sachsen kleine politische Zusammenschlüsse, die „Bauernschaften“. Eine davon war die Remlingrader Bauernschaft, auch „Freiheit Remlingrade“ genannt, die aus sieben Höfen bestand. Aus einem alten Dokument wissen wir, daß diese Bauernschaft etwa 1 qkm groß war. Ungefähr in der Mitte dieses Bereiches stand die Femelinde. Sie wurde als Zeichen der Gerichtsbarkeit gewählt und bei der Rodung verschont. Die Remlingrader Hofesleute versammelten sich dort jähelich zum Thing. Auf diesem Thing wurden zum Beispiel Entscheidungen über das Anlegen von Wegen oder die Aufteilung des Bauholzes getroffen. Außerdem hatte die Linde auch die Funktion des Hauptgerichtsplatzes für die Grenzmark und somit erhielten die Urteilssprüche einen hohen Stellenwert.

Nachbemerkung: Der Straßenbau hat diese Linde „vernichtet“. An versetzter Stelle wurde ein Reis dieser Linde gepflanzt. Diese Gedenkstätte zieren drei Findlige der sächsischen Herkunft der ersten Bürger von Remlingrade.

Wie der Heimatforscher Otto Schell in seinem Buch "Bergische Sagen" 1897 schon schrieb, scheint es dort auch zu spuken.
Dicht vor dem Kirchorte Remlingrade steht an einem Kreuzwege eine alte Linde, welche unter den Namen Vehmlinde allgemein bekannt ist. Der mächtige, nun größtenteils hohle Stamm scheint der Enkelsproß eines uralten Stammes, dessen Reste in der Erde verloren sind, zu sein. Der in dortiger Gegend verbreiteten Ansicht zufolge soll diese Linde ums Jahr 1400 gepflanzt worden sein. In der Zeit der Vehme soll man unter diesem Baume das heimliche Gericht gehalten haben. Die Vorgeladenen mußten sich auf einem etwas entfernten Kreuzwege einfinden (Kreuzweg ist m.E. nicht als christlicher Kreuzweg zu verstehen sondern als Kreuzungsweg, Anmerkung D.Fennel). Dann wurden ihnen die Augen verbunden und sie zur Gerichtsstätte geführt. Nahm man ihnen dort die Binde fort, so erblickten sie vor sich das geheimnisvolle Gericht.
Etwas weiter liegt das Pastorat, unter welchem sich ein schauerlicher Keller befinden soll, der in jenen Zeiten zur Aufnahme von Gefangenen diente.
Noch jetzt nehmen mitunter zur Mitternachtsstunde die Geister der einst hier Gerichteten ihren Weg vom Pastorat nach der Vehmlinde, um dann in das alte Verließ zurückzukehren.
Auch halten die Hexen unter der alten Vehmlinde ihre Tänze ab, namentlich am Weihnachtstag und anderen Kirchenfesten.
Nach einer alten Überlieferung kommen am dreizehnten Tage eines jeden Monates, vor allem aber am dreizehnten Tage nach Weihnachten, die Hexen aus der ganzen Gegend an die alte Vehmlinde und tanzen „Hupp, Marjänchen“. Sie tragen alle das Zeichen der Hexen an der Stirne. Ein alter Mann versicherte, daß sein Großvater nach seines Vaters Aussagen oft diesen Tänzen zugeschaut habe. Diese Tänze fanden des Nachts zwischen 12 und 3 Uhr statt.


Angehängte Datei(en) Thumbnail(s)
           
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
09.08.2017, 19:50 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.08.2017 20:03 von Lupus.)
Beitrag #34
Einladung zur 24. Internationalen Eibentagung
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Eibenfreunde, liebe 'Neugierige'…!
Beiliegend erhalten Sie das Programm zur diesjährigen Eibentagung. Siehe http://www.eibenfreunde.net/19.html und http://www.eibenfreunde.net/12.html
Ein Ziel der Tagung ist, über den bisherigen Kreis von Eibenfreunden hinaus, auch Personen zu
erreichen, die entweder noch keine (forstliche) Berührung mit der Baumart Eibe hatten oder
dem Anbau im waldbaulichen Kontext kritisch bis ablehnend gegenüber stehen.
Selbstverständlich möchte eine Vereinigung, die sich 'Eibenfreunde' nennt, für 'ihre' Baumart
werben. Wir meinen aber, dass es wichtig ist, Kritikern ebenfalls Raum zu bieten, damit sie
erläutern können, was die Gründe ihrer Skepsis sind.
Wenn man im forstlichen Kontext über die Eibe spricht, driften die Ansichten oft auseinander:
Die einen halten es für außerordentlich sinnvoll, mit der Eibe waldbaulich zu arbeiten und ihr
einen festen Platz im Reviergefüge einzuräumen. Andere halten alles, was über den Anbau der
Eibe – als schutzwürdiger, seltener Baumart mit wenigen Exemplaren – hinausgeht, für
Spielerei, forstliche Nostalgie und pure Geldverschwendung.
Wir glauben, dass ein Teil der Ablehnung möglicherweise daher rührt, dass es einige Wissenslücken
oder 'Fehlinformationen' zur Eibe in Kreisen der forstlichen Praxis gibt.
Wenn man z.B. die breite Standortamplitude der Eibe nicht kennt, wird man die Baumart immer
nur auf (Kalk-) Nischen einordnen.
Oder wenn man wenig darüber weiß, unter welchen Bedingungen die Eibe auch dauerhaft
signifikante Zuwächse bekommen kann, dann assoziiert man sie nur als 'extrem langsame
Schnecke'… Und wenn man schlussendlich keine Beispiele kennt, wie mit dem Eibenanbau
tatsächlich auch wirtschaflticher Erfolg erzielt werden kann, dann ist Desinteresse und Skepsis
nachvollziehbar.
Wir hoffen, ein appetitmachendes Programm aufgestellt zu haben, in dem sich Themen finden,
die Ihnen Lust auf die Tagung machen.
-2-
Es gibt organisatorisch diesmal eine Besonderheit:
Bei den bisherigen Tagungen meldeten sich die Teilnehmer zentral bei der Geschäftsführung
an. Und im Vorfeld war die Tagungsgebühr, also die Unkosten für z.B. Mittagessen und
Busfahrten bekannt, die dann schon vorab überwiesen werden konnten.
Um für viele (neue) Interessierte niedrigschwellig und spontan die Teilnahme zu ermöglichen,
soll es für diese problemlos möglich sein, einzelne Tages-Veranstaltungen zu besuchen.
Damit können Sie flexibel das aussuchen, was Sie am meisten anspricht.
Das bedeutet allerdings, die Planbarkeit (z.B. wieviele Personen sind jeweils an welchen Tagen
dabei?) ist etwas schwieriger und die Tagesgäste müssen bitte die Kosten (Kaffee, Imbiss…)
direkt bezahlen. Das ist sicher mit ein wenig mehr Zeitaufwand verbunden, etwas umständlicher
und erfordert bitte etwas Verständnis und Geduld.
Wir hoffen aber, dass die Chance, neue Personen ggf. für die Eibe interessieren zu können, es
wert ist, diesen kleinen Umstand zu akzeptieren.
Die regulären Mitglieder der Eibenfreunde, melden sich bitte – wie bisher üblich – bei der
Geschäfltsführung, Friedemann Wendt, an.
Tel.: 07 231 - 77 61 242
Mobil.: 01 70 - 38 15 101
Friedemann.Wendt@googlemail.com
Alle anderen, insbesondere Teilnehmer, die nur an einem oder zwei Tagen dabei sein möchten,
werden gebeten, sich kurz telefonisch oder per Mail bei Mathias Venus anzumelden.
Tel.: 0551 – 306 64 68
eibe@mathiasvenus.de
Je früher Sie uns Bescheid geben können, ob Sie teilnehmen, umso besser für die Planung.
Für kurzfristig entschlossene sollte eine Frist von vielleicht 10 Tagen vor der Veranstaltung
ausreichend sein.
Wir laden Sie hiermit ganz herzlich ein, bringen Sie gern Kollegen mit und bitte leiten Sie die
Info zu dieser Veranstaltung an möglichst viele weiter, die ggf. zu interessieren sind.
Mit der Hoffnung, möglichst viele von Ihnen im Oktober im Hörsaal und im Wald zu treffen,
herzliche Eiben-Grüße!
Thomas Kellner
(Vorsitzender der Eibenfreunde / Cambiarare e.V.)
Friedemann Wendt
(Geschäftsführer der Eibenfreunde)
Mathias Venus
(Tagungs-Organisation)
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------
kurze Info zum Ausfüllen der Anmeldung:
Dokument in Word öffnen, nötigenfalls oben rechts "Bearbeitung aktivieren" anklicken, dann ausfüllen, jetzt speichern und dann mit der Antwortmail als Anhang versenden

http://www.eibenfreunde.net/index.html
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Antwort schreiben 


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Kontakt | fluegelvieh.de | Nach oben | Zum Inhalt | Archiv-Modus | RSS-Synchronisation