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Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
26.07.2011, 16:57 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.07.2011 17:01 von Lupus.)
Beitrag #21
Mistelzucht
Im letzten Beitrag ist die Anleitung zur Mistelzucht kaum zu lesen, deshalb hier in der Anlage der zweite Versuch.
In Südamerika werden die Misteln der Gattung Tristerix durch Kolibris
bestäubt und in Australien gehen die Misteln bei der Verbreitung/Aussaat ganz auf Nummer sicher. Dort ist das Mistelfruchtfleisch so klebrig, daß der Vogel den Kot samt unverdauten Mistelkern auf einem Gegenstand, in der Regel einem Ast, abstreifen muß.In unseren Breiten muß der Mistelsamen schon Glück haben, daß der Vogelkot auch auf einen Ast fällt.


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27.07.2011, 16:05 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.07.2011 16:11 von Lupus.)
Beitrag #22
Nepaltaube Columba pulchricollis
Die Nepaltaube (Himalajataube) ist nahe mit der Ringeltaube verwandt.Verbreitung: Nepal, Tibet, Assam, Sikkim, Thailand und Taiwan. Sie ist etwas größer als eine Stadttaube. Die Nepaltaube ist in menschlicher Obhut ein angenehmer ruhiger Pflegling und relativ leicht zu züchten. Sie gerät nicht in Panik , wie etwa ihre nahe Verwandte, die Ringeltaube. In den Reihen der IG Wildtauben http://www.ig-wildtauben.de/ wird diese schöne Taube gezüchtet. Es wäre dieser Taube zu wünschen, daß Sie in menschlicher Obhut weiterhin erfolgreich gezüchtet und erhalten bleibt. Wer sich für Literatur über Wildtauben interessiert, findet im Anhang 3 empfehlenswerte Bücher.


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29.07.2011, 18:08 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.07.2011 18:20 von Lupus.)
Beitrag #23
Karolinataube Zenaidura macroura
Eine kleine Gruppe amerikanischer Tauben (Trauertauben Gattungen Zenaidura, Zenaida, Nesopelia und Melopelia) ähnelt äußerlich sehr den altweltlichen Turteltauben, ist jedoch nicht näher mit ihnen verwandt. Die vorwiegend braun gefärbten Täubchen zeichnen sich durch Glanzflecke am Hals, einen schwarzen Wangenstreif und schwarze Flecke auf den Flügeldecken aus. Einige Arten werden auch in der IG Wildtauben gezüchtet. Die bekannteste und leicht zu züchtende Taube ist die Karolinataube Zenaidura macroura. Diese Taubenfamilie ist nahe mit der ausgestorbenen Wandertaube verwandt. Die Karolintaube gehört zu den empfehlenswerten Wildtauben. Augenblicklich ist die Verbreitung in Deutschland unverständlicherweise recht gering.
In freier Natur brüten die Arten der Gattung Zenaidura gerne auf Kakteen und sind so vor vielen Beutegreifern bestens geschützt. Auch sind sie
an der Verbreitung der Kakteenmistel Tristerix aphyllus beteiligt.


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29.07.2011, 23:27 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.07.2011 23:32 von Lupus.)
Beitrag #24
Holzrosen
Ich habe jahrelang diese schöne und interessante Wildtaube gepflegt und sogar zeitweise im Freiflug gehalten.
Ebenso kultiviere ich seit 6 Jahren die Kakteenmistel Tristerix aphyllus und die in sukkulenten Euphorbien lebende Zwergmistel Viscum minimum.
Nicht immer gelingt es einer Mistel sich "häuslich einzurichten". Manche Mistlwirte umwachsen dene Infektionsbereich und können die Mistel zum Absterben bringen. Ist die abgestorbene Mistel nach Jahren verwittert, bleiben sehr schöne Holzstrukturen, die sogenannten Holzrosen, zurück.


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31.07.2011, 15:54 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.07.2011 16:04 von Lupus.)
Beitrag #25
Türkentaube Streptopelia decaocto
Nach den Streifzügen quer durch die Botanik komme ich zurück zum Thema und zum Gegenpart der amerikanischen Trauertauben, zu den Turteltauben der Gattung Streptopelia. Die Türkentaube ähnelt sehr der Lachtaube und erbringt mit der Lachtaube in beiden Geschlechtern fruchtbare Nachzucht. Die Türkentaube ist sandfarben mit schmalem, schwarzem Nackenband, das den Jungtauben fehlt.
Die Türkentaube ist vor einigen Jahrzehnten (um 1950 - 1960) vom Balkan her bei uns eingewandert und hat sich seitdem weit verbreitet und stark vermehrt. Mittlerweile haben sich aber viele Beutegreifer auf diese Taube eingestellt, so daß sie in einigen Gebieten wieder selten ist.
Sie hält sich eng an menschliche Siedlungen, meidet den geschlossenen Wald und brütet oft in Bäumen größerer Hausgärten, an Gebäuden, in ortsnahen Gehölzen und Waldrändern. Sie bleibt als Standvogel im Winter hier und kommt auch an Futterplätze für Singvögel und Hausgeflügel.


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01.08.2011, 17:59 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.08.2011 18:02 von Lupus.)
Beitrag #26
Turteltaube Streptopelia turtur
Die kleinste unserer 4 heimischen Wildtaubenarten fällt durch ihren
braungeschuppten Rücken und einen schwarzweiß gebänderten Fleck an den Halsseiten auf. Ihr langer Stoß ist schwarz mit weißer Umrandung, die Grundfarbe des Gefieders hell graubraun. Bei uns kommt die Turteltaube nur in milden Gebieten (Weinbau) vor. Sie brütet in Feldgehölzen und Hecken. Wo Türken- und Turteltauben gemeinsam vorkommen, halten sie ihre speziellen Biotopansprüche "streng" ein. In Griechenland und ebenso in Italien fand ich in den Ortschaften, teilweise in großen Populationen, die Türkentaube vor, während die Turteltaube außerhalb der Ortschaften die Olivenhaine und die Macchia besiedelte.
Als ausgesprochener Zugvogel verbringt die Turteltaube den Winter im tropischen Afrika. Typisch ist der Lockruf, ein "Turr, turr, turr".


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04.08.2011, 18:20 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 04.08.2011 18:38 von Lupus.)
Beitrag #27
Schneetaube Columba leuconota
Der Traum eines jeden Wildtaubenliebhabers ist die Schneetaube.
Die schöne Schneetaube ist wiederholt importiert worden. Ersteinfuhr 1876 in den Londoner Zoo, Erstzucht im gleichen Jahr bei Cornely in Frankreich. Leider sind die Bestände in menschlicher Obhut erloschen. Da die Schneetaube sehr nahe mit der Felsentaube und somit mit der Haustaube verwandt ist, wurden in der Vergangenheit mehrfach über Generationen fruchtbare Nachzucht mit Haustauben erzielt. In einem alten Schulbuch fand ich eine Aufnahme von Bankiva-Hühnern. Wahrscheinlich handelt es sich aber um Bankiva x Zwerghuhn-Kreuzungen. Links ist eine Kragenfasanhenne der Gattung Chrysolophus zu sehen und unten rechts mit großer Wahrscheinlichkeit die Köpfe zweier Schneetauben. Da die Aufnahme aus einem Zoologischen Garten stammt, glaube ich nicht, daß man Haus- (z.B. Strasser) und Wildgeflügel vergesllschaftet hat.
Während der nächsten Jahre ist kaum mit einem neuen Import dieser schönen und begehrten Taube zu rechnen.


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05.08.2011, 22:50 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.08.2011 05:51 von Lupus.)
Beitrag #28
Madagskar-Turteltaube Streptopelis (Streptopelia) picturata
Größe zwischen Lach- und Stadttaube. Im Bau kompakter, langbeiniger und kurzschwänziger als die Arten der Gattung Streptopelia.Diese Taube stammt aus Madagaskar, den Comoren, Seyschellen, Amiranten und Maskarenen. Neben der Senegaltaube Streptopelia senegalensis und der Bronzeflügeltaube Phaps chalcoptera habe ich diese Art jahrelang im Freiflug gehalten.
Es gibt einige Wildtaubenarten, die man, falls keine Habichte und Sperber dort vorkommen, gut im Freiflug halten kann. So gab es in einigen Zoologischen Gärten in Deutschland freifliegende Schopftauben Ocyphaps lophotes.
Die Guinetaube Columba guinea und die Bindentaube Columba (Patagioenas) fasciata wurden schon des Öfteren mit gut fliegenden Haustauben vergesellschaftet im Freiflug gehalten. Hier wurden die Wildtauben-Eier den Haustauben untergelegt. Allerdings muß man dann die "Haustauben-Ammen" auch an Weißbrot, Schichtkäse, Eifutter etc. gewöhnen, da die jungen Wildtauben nicht ganz so schnell von Kropfmilch auf Körnerfutter umgestellt werden können.
Ich bin durch eine entflogende Bronzeflügeltaube Phaps chalcoptera auf die Idee der Freiflughaltung gekommen. Durch eine offene Volierentür entflog mir eine weibliche Bronzeflügeltaube und verschwand auf der anderen Talseite im Eichenwald. Einen Tag später war die Täubin wieder an der Voliere. Im Verhalten war diese Taube eher wie ein Zwerghühnchen. Tagsüber wurde am Boden der Nahrungssuche nachgegangen oder ausgiebige Sonnenbäder genommen. Zur Nacht baumte die Täubin in einer nahen hohen Fichte auf. Sie war absolut standorttreu, so daß ich dem Täuber auch Freiflug gewährte.


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06.08.2011, 08:52 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.08.2011 08:58 von Lupus.)
Beitrag #29
2 Taubenbücher
Noch 2 Bücher, ein "MUSS" für jeden Taubenliebhaber:
"EINE VERGESSENE LEIDENSCHAFT" (von Tauben und Menschen)
ISBN 3-8000-3501-4 von Anrea Dee
Dieses Buch ist wahrscheinlich nur noch über ein Antiquariat, z.B. über
ZVAB erhältlich.
Auch der Film "Der Zauber der Taube" (Wiederholungen ab und zu in den Dritten Programmen) ist von Andrea Dee. Sehenswert!!

"Die Taube im Wandel der Zeit" (Biologische & historische Variationen), ISBN 3-89959-175-5 von Martin Schletterer
Dieses Buch ist noch über die GEH http://www.g-e-h.de erhältlich.


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07.08.2011, 19:41 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.08.2011 19:53 von Lupus.)
Beitrag #30
2 weitere empfehlenswerte Taubenbücher
Hallo federfuss,
ich habe mittlerweile 2 Exemlare (eins für das Wehrgeschichtliche Museum, das zweite für mich) des Buches
"Leben mit Brieftauben" , herausgegeben im Auftrag des LVW, Westfälisches Museumsamt, Westfalen Verlag, käuflich erworben. Das war ein guter Hinweis von Dir. Danke.

Hier noch die zweite Buchempfehlung. Dieses Buch darf eigentlich in keinem Bücherschrank eines Taubenfreunde fehlen:
"Die Taube" (vom heiligen Vogel der Liebesgöttin zur Straßentaube)
ISBN 3-7965-1016-7, von Daniel Haag-Wackernagel

Zu diesem Buch noch ein Tip. Einige Buchhändler bieten z.Zt. das Buch für unter 10.-- EUR (neu noch in Folie eingeschweißt) an. Mal ein bißchen danach googlen.


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08.08.2011, 10:39
Beitrag #31
RE: Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
Hallo Lupus
Danke für die Buchtips.Das Buch " Eine vergessene Leidenschaft " von Andrea Dee habe ich.

mfg Achim
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12.08.2011, 18:38
Beitrag #32
RE: Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
Hallo Lupus,
habe drei der Bücher außer leben mit Brieftauben.
Kann diese schönen Bücher auch weiter empfehlen ! Gute Idee
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13.08.2011, 04:05
Beitrag #33
RE: Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
Hola ihr Taubenzüchter/Taubenfreunde,
kennt sich einer von Euch mit den Südamerikanischen Tauben aus? Hier treiben sich Massenhaft kleine Taune herum, die beinahe wie Diamanttäubchen aussehen, aber ohne dn langen Schwanz!! Ungefähr so groß wie Spatzen! Leider bekomme ich hier den deutschen Namen nicht heraus!!
Weinen

Winken Lieber Ratten im Keller, als Verwandte im Haus!Haudichweg!!!
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13.08.2011, 10:28 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 13.08.2011 10:29 von Lupus.)
Beitrag #34
Columbina und Columbigallina
Hallo Arne,
da gibt es eine Menge Arten der beiden in der Bezugszeile genannten Gattungen:
Picuiäubchen Columbina picui
Perutäubchen Columbina cruziana
Rosttäubchen Columbigallina talpacoti
Buckleytäubchen Columbiallina buckleyi
Zwergtäubchen Columbigallina minuta
Sperlingstäubchen Columbigallina passerina
Das Inkatäubchen Scardafella inca und das Schuppentäubchen Scadafella squammata ähneln auch in der Figur dem Diamanttäubchen.
Da hast Du freie Auswahl......
Lupus
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13.08.2011, 12:22 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 13.08.2011 12:24 von Arne.)
Beitrag #35
RE: Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
Danke Dir, oller Wolf.WinkCool
Scheint sich entweder um die Picui- oder um die Zwergtäubchen zu handeln. Die sind nur so flott, so schnell kannst Du nicht Mal knipsen, geschweige denn hinschauen! Aber die Sandstraßen wimmeln regelrecht von denen.
AAAhhh

Winken Lieber Ratten im Keller, als Verwandte im Haus!Haudichweg!!!
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13.08.2011, 16:52 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 13.08.2011 20:36 von Lupus.)
Beitrag #36
Kaptäubchen Oena capensis
Hallo Arne,
wenn Du einmal schnell genug bist und die Täubchen aufs Bild bekommst, stell sie dann mal hier vor.
Wo wir schon bei den Kleintauben sind, möchte ich eine kleine Taube aus Afrika vorstellen, die Kaptaube.
Dieser Taube wurde im letzten Jahrhundert durch sogenannte "Vogelfreunde" übel mitgespielt. Die Kaptaube wurde zu tausenden und abertausenden importiert und als "Volierenfüller" mißbraucht. In meiner Jugend konnte man die Kaptaube in jedem Zoogeschäft für 5.-- bis 10.-- DM kaufen. Die Griechischen Landschildkröten wurden in ebensolchen Mengen importiert und waren schon für 3.-- DM zu haben.
Niemand war an der Nachzucht der Billigware interessiert. Im Frühjahr wurden die Tiere gekauft, um im Herbst regelmäßig einzugehen. In den Ostblockstaaten, wo keine Billigimporte hinkamen, hat man die Kaptauben seit vielen Jahren mit gutem Erfolg gezüchtet. Die Kaptaube muß warm überwintert werden. Temperaturen um die 20° sind ein Muß. Verlassene Kaptauben-Gelege kann man von Diamanttäubchen ausbrüten und aufziehen lassen. Da keine Taubenimporte mehr aus Afrika erfolgen, ist man nun auch hier um den Erhalt dieser Taubenart in menschlicher Obhut bemüht.


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13.08.2011, 18:35 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 13.08.2011 18:36 von Lupus.)
Beitrag #37
RE: Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
Einige naturkundliche Einrichtungen oder Museen mit naturkundlichen Sammlungen, z.B. die Zoologische Sammlung der Universität Rostock und das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg erhielten von mir Feldflüchter-Präparate als Belegexemplare und als Ausstellungs-Exponate. Das Bergische Freilichtmuseum richtete auf dem "Oller" des Peters-Hofes einen Taubenschlag für lebende Feldflüchter ein. Um den Besuchern die Feldflüchter etwas "näher zu bringen", ließ ich die Hinweisschilder mit einer Kurzinformation für alle 3 Einrichtungen anfertigen.


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15.08.2011, 20:08
Beitrag #38
RE: Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
Feldflüchterpräperat der Uni Rotock.


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15.08.2011, 20:34
Beitrag #39
RE: Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
Die Wildfarbe unserer Feldflüchter

Reinerbige Wildfarbige miteinander verpaart werden immer wieder Wildfarbige als Nachwuchs bringen. Die Wildfarbe wird aber nun nicht durch ein einzelnes Gen vererbt, sondern durch das Zusammenwirken einer Vielzahl von Farbgenen. Wie viel das im Einzelnen sind, lässt sich nur erahnen. Es sind zumindest mehr als insgesamt unterschiedliche Farbmutationen bekannt sind, denn jede einfache Farbmutation entsteht ja durch die Veränderung eines anderen Farbgens.

Diese Farbvererbung ist im Einzelnen ein extrem komplexer, sich aus sehr vielen einzelnen Schritten zusammensetzender und deshalb anfälliger Vorgang. Dadurch kommt es immer wieder zu Fehlern im Stoffwechsel und damit in der Reproduktion der Anlagen zur Wildfarbe. Das führt letztendlich zu neuen Farbschlägen.

Verantwortlich für die Vererbung sind Gene (Erbfaktoren), die sich in unterschiedlicher Weise von einer Generation zur anderen vererben können. Wenn ein Farbgen, also ein Gen, das die Farbe bestimmt, verändert wird, sprechen wir von einer Mutation (Erbänderung). Der Grund für eine Mutation kann vielfältig sein. In der Natur wird sie in der Regel durch Störungen beim Farbbildungsprozess hervorgerufen, die erblich sind. Ein Lebewesen, das sichtbar eine solche Erbänderung trägt, nennen wir Mutante. Alle unsere Wachteln, die einem Farbschlag außerhalb der Wildfarbigen angehören, sind also Mutanten.

Reinerbige blaue Feldflüchter bringen also immer wieder wildfarbige Nachzucht wie oben beschrieben.

Fällt andersfarbiger Nachwuchs daraus, handelt es sich bei den Elterntieren um Kreuzungsprodukte in unserem Fall die „Bauerntauben“.
Die leider oft als Feldflüchter angeboten werden.
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15.08.2011, 20:50
Beitrag #40
RE: Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
Ein bekannter älterer Herr schrieb mir dies über die Feldflüchter,

Hier ein paar Merkmale von dieser Taubenrasse aus der damaligen Zeit:
Der Kopf dieser Tauben ist das Wahrzeichen, ein sehr dünner Schnabel, der mittig an der oberen Hälfte des Schnabels eine leichte Senkung hat ist Vorraussetzung.
Dazu gehört eine extrem kleine Nasenwarze und ein feuergelbes aufmerksames Auge. Rasende Scheuheit ist diesen Tieren eigen. Darin unterscheiden sie sich noch heute von der einfachen "feldfüchter-ähnlichen" Bauerntaube. Ich habe 1993 noch 7 Stück von diesen Tauben gehabt. Wenn ich die Schlagtür öffnete, hörte ich schon wie sie vor die Scheiben krachten, nicht selten flogen die Gelege durch die Luft wenn ich den Taubenschlag betrat. Ich konnte sie kaum zähmen. Eines Tages hatte ich die Ausflüge geöffntet,
sie starteten gleich durch. Ich sah sie nie wieder. Seitdem halte ich keine Feldflüchter mehr.

Jonsdorf das liegt bei Zittau und ist unser zweiter Wohnsitz. Ein paar Jagdfreunde und ich fahren alljährlich mehrmals dort hin.
Der kleine Stamm der dort öfter zusehen ist besteht aus etwa 15-20 "nur blauer " Feldflüchter. Man kommt nicht an sie heran, da sie zu scheu sind. Wo sie übernachten und züchten kann ich Dir nicht sagen. Die Tiere sind einfach zu schnell um sie zu verfolgen. Ganz sicher brüten sie nicht in Menschennähe. Ich bin mir auch nicht sicher ob die Gruppe noch fruchtbar ist. Ich kenne sie seit 4 Jahren, es sind immer nur 15-20 Tiere. Es kommen keine Nachzuchten dazu. Der Stamm ist vermutlich zu ingezüchtet.
In der Nähe vom Hermsdorfer Kreuz sehe ich auch schon mal auf den Feldern kleine Gruppen auf Futtersuche. Überings unter so stark verwilderten Stämmen schließen sich niemals Brief - od. gutfliegende Rassetauben an. Die Überlebenschancen vor allem im Winter lägen für sie bei 0 %.

So,dann lass Dir Deine Freude an Feldflüchtern nicht durch einige Schönschreiber im Forum vermiesen. Sie verstehen vielleicht was von Vererbungslehre, aber nichts von wirklichen Feldflüchtern.
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