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Welche Lichtquelle fürs Lichtprogramm?
05.01.2013, 19:42
Beitrag #1
Welche Lichtquelle fürs Lichtprogramm?
Ich hatte mir vor der Wintersaison 2010/2011 eine Sparlampe mit 8 Watt und 6000 Kelvin fürs Lichtprogramm besorgt.
Bis auf, das die Sparlampe nicht dimmbar ist, war ich bisher ganz zufrieden.
Zu Anfang braucht sie etwas bis sie auf Touren kommt aber dann leistet sie voll ihre Dienste.
Diese Woche habe von meinen Naturversand ein Prospekt bekommen, mit einer LED-Sparlampe mit den Daten:
über 35.000 Betriebsstunden! Energieeffizienzklasse A+, E27-Fassung, 8 Watt, High Power LED Ask?, 5500 Kelvin, 520 Lumen, Farbwiedergabeindex: RA91. 230 V, dimmbar und Quecksilberfrei Gute Idee
Die Werbung lautet:
Vollspektrum-Tageslicht-LED - Gesund wie das Licht der Sonne - Extrem sparsam und lange haltbar Idea

Preis jetzt 39.95 Euro ab 25.02 Febr. 49.95 Euro

Was meint ihr, lohnt es sich diese Birne fürs Lichtprogramm zu kaufen ?

LG Maica
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05.01.2013, 22:40
Beitrag #2
RE: Welche Lichtquelle fürs Lichtprogramm?
Zu diesem Thema habe ich mir schon den Kopf zerbrochen.

Kurz gefasst gibt es in der Presentation folgendes zu erfahren:
  • Hühner sehen Licht mit Wellenlängen von 320 - 700 nm, d.h. auch für den Menschen (410 - 680nm) nicht sichtbare Lichtbereiche
  • Hühner sehen im UV-Bereich und brauchen diesen Bereich für verschiedene Lebensvorgäng (UV verursacht bei den Hühnern eine andere Farbwahrnehmung)
  • Hühner können Licht bis zu einer Frequenz von 160 Hz flackern sehen (Mensch nur 15 bis 80 Hz)
  • Hühner sind kurzsichtig, sehen nicht weiter als 25 m, in der Nähe sehen sie aber extrem scharf
  • Hühner nehmen verschiedene Wellenlängen unterschiedlich hell wahr (UVA (Schwarzlicht) 40x heller als Mensch)
  • Falsche Lichtverhältnisse können Federpicken Kannibalismus mitverursachen
  • Licht ist ausschlaggebend für die innere Uhr der Hühner und steuert die Tagesabläufe
  • unter 6 LUX erkennen die Hühner nicht mehr viel, 10 - 30 LUX warmweißes Licht sind optimal
  • Übermäßige Helligkeit in geschlossenen Ställen führt zu Problemen
  • Lichtverteilung so vornehmen, dass im Fressbereich viel Licht und im Ruhe-/Nestbereich weniger Licht ist, aber Nesteingeänge nicht im Schatten
  • Simulation von Dämmerung äußerst wichtig (verhindert Stress), aprupte Übergänge unbedingt vermeiden
  • bei Legehennen min. 10 h am Tag, am Effektivsten 14-16 h (weniger verlegte Eier)
  • fehlender UV-Anteil im Lichtspektrum der Stallbeleuchtung führt wahrscheinlich zu anderer Farbsicht der Umgebung
  • Naturnahes Lichtspektrum am besten
  • min. 8 h Dunkelphase in Legehennenställen gesetzlich vorgeschrieben
  • durch Lichtreduktion kann Mauser künstlich ausgelöst werden
  • das natürliche Tageslicht muss unbedingt berücksichtigt werden, wenn die Hühner damit in Kontakt kommen
  • Dämmerungsphasen wichtig für Nahrungsaufnahme

Von der Firma werden 5 Anforderungen an die Stallbeleuchtung gestellt:
  1. Gleichmäßige Lichtstärkeverteilung
  2. Flimmerfreiheit
  3. Optimale Dimmfähigkeit
  4. Angepasste Lichtfarbe
  5. Maximale Energieeinsparung


Es egeben sich im wesentlichen zwei Varianten:
  1. Leuchtstofflampe mit Hochfrequenzvorschaltgerät
  2. LED


Die erste Variante ist für uns Züchter zu groß, das lohnt sich erst bei größeren Ställen. Das ist eine Röhrenlampe, die durch dieses Vorschaltgerät auch für Hühner nicht mehr flackert. Bei dieser Technik soll die Lichtausbeute am größten sein.

Die LED-Technik steckt noch in den Anfängen, es gibt Rohrleuchten, Birnenförmige und Schläuche. Wichtig ist das Lichtspektrum, das steht nur meistens nicht drauf, und die Farbtemperatur soll Warmweiß sein, also weniger als 3300 K

Einfache Energiesparlampen haben meistens eine Frequenz von 100 Hz, flackern also unangenehm für die Hühner. Es gibt auch welche, die eine höhere Frequenz haben, aber das steht nicht drauf.


@maica:
Du hast jetzt kaltweißes Licht und dir angebotene LED hat auch kaltweißes Licht. Das soll nicht optimal sein. Der Preis ist auch nicht so ganz das wahre.

Bei der Eurotier 2012 in Hannover (Messe) hatte ich ein Gespräch mit einem Vertreter von Agrilamp, deren LED-Lampen sind Wasserdicht, Stoßfest (der hat die Birne auf den Boden geworfen, ich dachte er ist durchgedreht, aber sie sprang wie ein Ball zurück in seine Hände) und die Farbtemperatur sowie das Lichtspektrum sind direkt auf Hühner abgestimmt. Der Preis für die Birne ist nicht ganz so hoch, leider gibt es keinen Onlineshop, der die Vertreibt, also muss man den Vertreter anrufen und der kümmert sich dann irgendwie drum.

Ach und mit der Lebensdauer steht meistens auf der Verpackung bis zu 35000 Stunden bei unter 2h ununterbrochener Leuchtdauer, das ist bei den LED-Lampen für den Agrarbereich von allen Herstellern berücksichtigt worden, die "Birnen" haben einen richtigen Kühlkörper oben drauf.

Gruß Sebastian
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06.01.2013, 08:53 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.01.2013 14:29 von Mona.)
Beitrag #3
RE: Welche Lichtquelle fürs Lichtprogramm?
Hallo Sebastian,

endlich mal eine klare Übersicht über LED im Lichtprogramm, vielen Dank! Ich habe mehrfach in Foren Fragen gestellt: Ergebnis gleich null.

Zu beachten ist, dass die LED in der Regel einen Lichtkegel haben, also nicht rundum leuchten wie bei alten Birnen und Sparlampen gewohnt. Will man es sehr richtig machen, sollte man sich einen Lux Meter besorgen und die angesprochenen 10 bis 30 Lux einmessen. Erfahrungsgemäß reichen wohl 10 bis 20 Lux, kommt aber vielleicht auch auf die Stallverhältnisse an. Möglicherweise wollen es Hühner heller als meine Wachteln.

Hallo maica, Deine High-Power-LED ist vermutlich sehr zu hell. Ich habe auch mit 5-W-LED angefangen und bin jetzt bei 1,7-W-LED angelangt (LED für Kühlschränke).

Grüße Mona
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06.01.2013, 15:49
Beitrag #4
RE: Welche Lichtquelle fürs Lichtprogramm?
Hallo Mona,
hast du ein LUXmeter benutzt, wenn 5 W zu hell schon sein sollen?

Auf dieser Umrechnerseite habe ich mal ein Beispiel für meinen großen Stall durchgerechnet:

LED-Strahler mit 10 W, ca. 950 lm, Abstrahlwinkel 120° und einer Entfernung zum Boden von 2,8 m, also, wenn ich die LUX an der Henne berechnen möchte, dann nehme ich 2,5m an. Da komme ich auf 16 LUX. Wenn ich im anderen Stall die 2m höhe angebe, dann komme ich auf 35 LUX, zuviel wäre das dann.


Beim Kauf unbedingt darauf achten, dass ein Kühlkörper an der "Birne" richtung Fassung angebracht ist, also ein Metallkörper idealerweise mit Kühlrippen. Die Lampen ohne diesen Kühlkörper schaffen die angegebene Lebensdauer nur, wenn die maximal eine Stunde am Stück leuchten. Die LEDs sind Halbleiterbauelemente, die gehen kaputt, wenn sie zu heiß werden, ähnlich wie der Prozessor im Computer.

Gruß Sebastian
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06.01.2013, 19:03 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.01.2013 19:04 von Mona.)
Beitrag #5
RE: Welche Lichtquelle fürs Lichtprogramm?
Hallo,

habe einen Hold Peak HP-881a für 18,50 € gekauft. Es war schon interessant, wie unterschiedlich die Lichstärke waren, vor allem, weil ich sehr unterschiedliche Gehege für die Wachteln habe. Zum Schluss habe ich drei kleinere LED angebracht, um alles richtig auszuleuchten.

Gruß Mona
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22.12.2014, 13:59
Beitrag #6
RE: Welche Lichtquelle fürs Lichtprogramm?
Hallo Sebastian,
kannst Du bitte mal die Lampenart von Agrilamp und
die Tel.nr vom Vertreter angeben?,oder ist das schon Schleichwerbung?
Gruß Lothar
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28.11.2015, 12:53
Beitrag #7
RE: Welche Lichtquelle fürs Lichtprogramm?
(22.12.2014 13:59 )soppel01 schrieb:  Hallo Sebastian,
kannst Du bitte mal die Lampenart von Agrilamp und
die Tel.nr vom Vertreter angeben?,oder ist das schon Schleichwerbung?
Gruß Lothar
Ich möchte mich der Bitte von Soppel anschliessen
(wenn das erlaubt ist)
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