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Alte und besondere Bäume
#81
Eine Ergänzung zu Beitrag 61 dieses Threads  - siehe https://www.youtube.com/watch?v=i_Dq_BvK...e=youtu.be


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Grundsteinlegung NSG- u. FFH-Gebiet
Wupper bei Radevormwald
#82
Um die seltene Efeu-Seidenbiene https://de.wikipedia.org/wiki/Efeu-Seidenbiene zu schützen und zu fördern, wäre
auch der Erhalt und Schutz ganz besonderer Bäume, der Efeu-Bäume (siehe Beiträge 77 und 79 in diesem Thread),
wünschenswert.


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Grundsteinlegung NSG- u. FFH-Gebiet
Wupper bei Radevormwald
#83
Auf der Landzunge zwischen der neu verlegten Ülfe und dem Ülfe-Altarm in Radevormwald-Dahlhausen, direkt am Ülfe-Ufer , 
steht ein Blauglockenbaum Paulownia tomentosa    https://de.wikipedia.org/wiki/Blauglockenbaum
Dieser Baum hat folgende Geschichte. Vor etwa 60 Jahren pflanzten Schüler (u.a. auch ich) der Volksschule Dahlhausen
unter Anleitung des Försters Putzke, zwischen dem damaligen Kirmesplatz und einer Fichtenschonung an der "Heubude"
(Heuschober mit Heu für die Wildfütterung), junge Bäume, die durch die weltweiten Kontakte der Familie Hardt, Inhaber
der Firma HPC, ins Bergische Land  gefunden haben. Neben Kastanien, diversen Eichen auch einen Blauglockenbaum.
Vor der Neugestaltung des Ülfe-Bereiches wurden die dortigen Bäume gefällt. Vor einigen Jahren bemerkte ich
auf der Landzunge zwischen den Ülfen den Blauglockenbaum-Sämling. In Bezug auf den geschichtlichen Hintergrund und
auch auf den Klimawandel ("Neue Bäume braucht u.U. das Land") sollte dieser Baum bei etwaigen Forst- u. Pflegearbeiten
erhalten bleiben und Bestandsschutz genießen. Den Wupperverband, den OBK, den Forst und die Stadt Radevormwald
habe ich bereits vor einigen Jahren diesbezüglich informiert.
Standortkoordinaten:
51°12'49.1"N 7°18'40.3"E
51.213642, 7.311191


 


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Wupper bei Radevormwald
#84
Herbstlaub


Die wunderschöne herbstliche Färbung unserer heimischen Laubwälder bedeutet für den Baum eine Zeit höchster chemischer Aktivität. Gesteuert von Tageslänge, Temperatur und pflanzlichen Hormonen bereitet sich der Laubbaum auf den Winter vor. Der grüne Blattfarbstoff wird abgebaut und übrig bleiben, jetzt für uns sichtbar, rote und gelbe Farbstoffe.
Das Blattgrün oder Chlorophyll befindet sich in den Chloroplasten genannten Strukturen der Zellen aller grünen Pflanzenteile und ist die „Nahrungsbeschaffungszentrale“ der Pflanze. Hier werden aus der Lichtenergie der Sonne, Kohlendioxid und Wasser Kohlenhydrate zum Aufbau von Blättern, Holz, Wurzeln und anderen Baumbestandteilen hergestellt und als „Abfallprodukt“ Sauerstoff an die Außenluft abgegeben.
Chlorophyll ist ein komplexes Molekül, das unter anderem aus Phosphor, Eisen, Kalium und Stickstoff besteht. Diese Bestandteile, besonders der Stickstoff, sind für den Baum zu wertvoll, um sie beim Laubfall zu opfern. Das Chlorophyll wird abgebaut und seine Bestandteile für eine spätere Verwendung in Rinde, Wurzeln oder Holz gelagert.
Carotinoide (gelb/orange), Xanthophylle (gelb) und Anthocyane (rot/violett/bläulich), die als Nebenprodukt beim herbstlichen Umbau im Blatt neu entstehen, sind weniger wichtig und dürfen zu Boden fallen.
Bevor das Blatt zu Boden fallen kann, bildet der Baum an der Ansatzstelle zwischen Zweig und Blattstiel ein Trenngewebe aus Kork, eine Sollbruchstelle, die auch die kleine Verletzung, die beim Blattfall entstehen würde, verhindert. Buchen, Eichen und Hainbuchen bilden „Thyllen“, Zellwucherungen, die in die Nährstoffbahnen hinein wuchern und diese verstopfen. Blieben diese offen, hätte eine große Buche durch den Blattabwurf über 500.000 kleine Wunden, in die Bakterien, Pilzsporen oder Krankheitserreger eindringen könnten.
Der Abwurf der Blätter ist für den Laubbaum in vieler Hinsicht sinnvoll.
Er entledigt sich der Blätter, die durch ihren Wassergehalt bei Frost geschädigt würden, entzieht ihnen vorher wertvolle Bestandteile und betreibt durch Knospenbildung im Spätsommer/Frühherbst bereits Vorsorge für den Frühling. Er verhindert die sogenannte „Frosttrocknis“, die einträte, wenn der Boden gefroren ist, über die Spaltöffnungen der Blätter immer noch Wasser verdunstet, aus dem Boden aber kein Wasser nachgeliefert wird. Der Baum würde vertrocknen.
Er entledigt sich der alten Blätter, in denen Stoffwechsel-Endprodukte und Umweltgifte abgelagert sind, und entfaltet im Frühjahr frische, neue Blätter ohne Verletzungen und Fraßspuren. Außerdem hält ein Baum ohne Laub Schneelasten besser stand.
Der herbstliche Laubabwurf ist also einem aktiven Vorgehen des Baumes geschuldet, der Wind reißt die Blätter nicht von den Bäumen, er hat durch die Sollbruchstellen leichtes Spiel. Auch das Eigengewicht der Blätter lässt sie fallen.
Einen besonders schönen Farbverlauf zeigen Roteiche, Ahorn oder Weinblätter. Werden die Nährstoffbahnen, z.B. durch eine Miniermade, durchbrochen, entstehen kleine Farbkunstwerke: das Chlorophyll kann an diesen Stellen nicht abtransportiert werden, sie bleiben grün.
Auch der komplette Ahornbaum zeigt den herbstlichen Farbverlauf, die Farbe der Blätter wechselt vom Gipfel zum Boden hin gesehen über braun, rötlich und gelb nach grün, in den unteren Blattregionen ist der Chlorophyllabbau noch im Gange.
Immergrüne Pflanzen wie Ilex, Tannen oder Kiefern, schützen sich durch dicke Zellwände und Wachsschichten sowie kleine Oberflächen (Nadelblatt). Auch Nadelbäume wechseln ihr Kleid, werden aber nicht komplett nackt (Ausnahme wäre z.B. die Lärche), sondern verlieren immer mal wieder eine Nadel. Kiefernadeln können fünf Jahre, Tannennadeln sogar bis elf Jahre alt werden.
Und für die herbstliche Stimmung empfehle ich Rainer Maria Rilke (1875/1926), „Herbsttag“ von 1902. Aus der dritten Strophe: „…Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben. …“
Achten Sie beim nächsten Waldspaziergang doch einmal auf die Vielfalt der bunten Blattkunstwerke.


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#85
Steineiche Quercus ilex

Vor einigen Tagen erhielt ich aus Frankreich von einer lieben Bekannten ein Paket mit Saateicheln der immergrünen 
Steineiche Quercus ilex https://de.wikipedia.org/wiki/Steineiche   Bedingt durch Klimawandel und das Wald- bzw. Sterben
bestimmter Baumarten, könnte die Steineiche eine Art der "Zukunftsbäume" sein.
Ein weiterer Bekannter aus Schwabach teilte mir mit,  daß man dort in der Stadt die erste Steineiche pflanzt:
Die Steineiche kann man bei uns in ausgesuchten Baumschulen schon kaufen. Die erste in Schwabach (siehe Bild), wird demnächst in der Innenstadt gepflanzt.
Der Klimawandel macht es möglich…
Interessant (auch für die Forst- und Holzwirtschaft) dürften später einmal Mischformen der Stein- x Stieleiche sein.
Aus Frankreich erhielt ich außer den Saateicheln noch mehrere Gläschen erlesener Honige. Es war fast wie Weihnachten.


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#86
Linden sind im Oberbergischen vor allem als Straßen-, Hof- und Parkbäume sowie als Dorflinden bekannt. In Bierenbachtal, einem Ortsteil von Nümbrecht, steht eine alte Winterlinde deren Gestalt nicht dem natürlichen Wuchs entspricht. Durch Rückschnitt und Führung der Äste ist einige Meter über dem Boden eine sogenannte Hohlkrone entstanden.
Der etwa 350 Jahre alte Baum ist 25 Meter hoch und hat einen Kronendurchmesser von 13 Metern. Ab einer Höhe von 2,50 Meter setzen etliche, senkrecht in die Höhe gewachsene Stämmlinge an, die aus statischen Gründen vor Jahren eingekürzt wurden. In zwei Ebenen wurden Stahlseilverankerungen zur Stützung dieser Stämmlinge angebracht. In früheren Zeiten war eine Podestebene eingezogen, die als Terrasse diente. Dabei wurden die Äste der Bäume mithilfe von Reifen und Speichen zu einer „Etage“ flach gelegt. lm Oberbergischen begnügte man sich gewöhnlich mit nur einem Obergeschoss, zu dem eine Holzstiege hinaufführte. Es wurde durch Stützen und Bretterböden verstärkt. In luftiger Höhe wurde dann auf einem Podest ein Sitzplatz eingerichtet. So entstand im Bergischen Land, das für seine Kaffeetafel und die Dröppelminna - eine bauchige zinnerne Kaffeekanne mit drei Füßen - bekannt ist, die Kaffeetrinkerlinde.

Unmittelbar neben der Kaffeetrinkerlinde verläuft als schmale Straße der Lindenweg. Da die Linde in der Vegetationsperiode weiter in die Breite wächst und die Wurzeln die Straße bereits hochgedrückt haben, kam es in der Vergangenheit mehrfach zu Fahrzeugkollisionen bei denen der Baum beschädigt wurde. Zum Schutz der Linde wurde daher ein Verkehrskonzept erarbeitet, der großen Lastwagen seitdem die Durchfahrt verbietet.

(Biologische Station Rhein-Berg, erstellt im Rahmen des Projektes „KuLaCaching - Digitale Schatzsuche im Bergischen“. Ein Projekt im Rahmen des LVR-Netzwerks Landschaftliche Kulturpflege, 2016)


www.starke-bäume.de: Alte Linde in Bierenbachtal (abgerufen 21.10.2016)
www.baumkunde.de: Tilia cordata (abgerufen 24.10.2016)


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#87
Weihnachten  -  ohne ökologischen Schaden anzurichten
Natur-Schule Grund weist auf Öko-Weihnachtsbäume hin

Die Adventszeit steht vor der Tür. Und damit in vielen Haushalten auch der Wunsch nach einem Weihnachtsbaum. Hier ein Natur-Tipp der Natur-Schule Grund zum Thema.
Jährlich werden rund 25 Millionen Weihnachtsbäume in Deutschland verkauft. 90% davon stammen aus Plantagen-Anbau mit intensivem Gebrauch von Pestiziden und Düngemitteln: Insektizide gegen Rüsselkäfer und Läuse, Herbizide gegen konkurrierendes Gewächs und Mineraldünger für einen gleichmäßigen Wuchs und für eine intensive Grün- oder Blaufärbung der Nadeln (Quelle: www.nabu.de). „Das bekommt Tieren, Pilzen und Pflanzen ebenso wenig wie Gewässern und Boden, zumal Weihnachtsbaum-Kulturen oft im Mittelgebirge zu finden sind, wo all diese Umweltbereiche eng miteinander verwoben sind„, sagt Jörg Liesendahl, Biologe und Pädagogischer Leiter der Natur-Schule Grund in Remscheid.

Als der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (www.bund.de) im vergangenen Jahr „stichprobenartig die Nadeln von Weihnachtsbäumen an deutschen Verkaufsstellen testete, wurde man bei 76 Prozent der analysierten Bäume fündig. Insgesamt wurden bei dem Test neun verschiedene Pestizide gefunden, von welchen fünf zu den gefährlichsten zählen, die derzeit in der EU eingesetzt werden.“ Und solche Bäume holen wir uns dann in unser Wohnzimmer?
Angesichts der aktuellen Waldschäden ist auch die Fläche der Weihnachtsbaum-Monokulturen nicht zu verantworten, die alleine in Deutschland rund 50000 Hektar ausmacht. Kaum auszumalen, wenn hier naturnahe Wälder stünden oder auf eigentlich landwirtschaftlichen Anbauflächen Nahrungsmittel angebaut würden.
Rund 10 % der in Deutschland verkauften Weihnachtsbäume stammen aus Nachbarländern wie Dänemark oder Polen. Schon alleine wegen der teilweise weiten Transportwege sind diese Bäume äußerst fragwürdig.
Einen Weihnachtsbaum in die Wohnung zu holen, ist also auch eine Frage der ökologischen Belastung, die wir der Umwelt (und uns) damit aufhalsen. Doch es gibt Alternativen, die diese Belastung deutlich verkleinern und unser Wohnzimmer von Schadstoffen frei halten.
Die Natur-Schule Grund in Remscheid weist vor allem auf folgende Alternativen zum konventionelle Weihnachtsbaum hin:
Wer nicht auf den grünen Baum verzichten will, sollte nur Bäume aus ökologischer Waldwirtschaft oder aus anerkannt ökologischen Weihnachtsbaumkulturen kaufen.
Dies sind FSC-zertifizierte Forstbetriebe und Baumschulen, Gärtnereien und Biohöfe, die nach den Richtlinien des Naturland-, Bioland- oder des BIO-Siegels (sechseckiges Logo) produzieren. Auch einige Gartencenter haben inzwischen Bäume mit BIO-Siegel im Angebot.
Im Jahr 2017 hat die Umweltorganisation Robin Wood eine Liste von Verkaufsstellen für ökologische Weihnachtsbäume veröffentlicht, die auch für Remscheid und das Bergische Städtedreieck Bezugsquellen beinhaltete.
Ein besonderes Erlebnis v.a. für Familien mit Kindern ist es, einen Weihnachtsbaum selbst im Wald zu fällen. Interessierte können sich hierfür an das örtliche Forstamt wenden. Fragen Sie gleichzeitig auch nach dem Einsatz von Pestiziden. I.d.R. werden im Forst Pestizide eher nicht angewendet, anders halt als auf Weihnachtsbaum-Kulturen.
Wer kein eigenes Auto hat, kann sich den Baum von regionalen Anbietern liefern lassen oder das Angebot von www.bio-weihnachtsbaum-versand.de nutzen.
Gibt es weitere Alternativen?
Ständig beworben, aber ökologisch höchst fragwürdig sind Plastikbäumchen. Auch bei mehrjährigem Gebrauch bessert sich deren Ökobilanz nur unwesentlich.
Den Weihnachtsbaum mit Ballen möchte die Natur-Schule ebenfalls nicht empfehlen, da dieser – nach Weihnachten in den Garten gepflanzt – dort wertvolle Fläche verbraucht, die dann für eine insekten- und vogelfreundliche Gestaltung Ihres Gartens fehlt.
Aber es gibt auch natürliche Alternativen zu den üblichen Nadelbäumen. So holten sich unsere Vorfahren um die Wintersonnenwende neben Tannen auch immergrüne Sträucher wie Buchsbaum, Mistel oder Wacholder als festlichen Schmuck in die Häuser. Später dienten Obstbäume, Eichen oder Birken als Gabenbäume, behängt mit Gebäck, Wurst, Obst, Geschenken und Papierblumen.
Auch so manche große Zimmerpflanze eignet sich als Alternative zum Weihnachtsbaum.
Aus Naturmaterialien lassen sich Bäume und Christbaumschmuck leicht selber basteln. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.
Schnee- oder Glitzersprays als Deko sollten bitte niemals auf Weihnachtsbäumen landen, da Glitzer häufig aus PET besteht und sich dieses Mikroplastik in der Umwelt nur sehr langsam abbaut. Außerdem können Nadelbäume mit Glitzerspray nicht kompostiert werden.


Natur - Schule - Grund
Grunder Schulweg 13
42855 Remscheid

Fon: (0 21 91) 374 82 39
alle Termine auf www.remscheid-live.de



info@natur-schule-grund.de
www.natur-schule-grund.de
www.facebook.com/Umweltbildungsstation.remscheid/

https://www.instagram.com/naturschule_grund/



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