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Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
12.07.2019, 04:57 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.07.2019 05:07 von Lotta.)
Beitrag #141
RE: Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
Guten Morgen,
anbei ein Bild vom einzigen Nestpärchen, wo beide Tiere in der typischen Egerländerscheckung liegen. Ich hatte bis jetzt grundsätzlich, wenn überhaupt, immer nur einen Scheck im Nest. Obwohl die Elterntiere Egerländer Schecken sind.

Es vielen: Weiß, Schwarz, Rot, Gelb, Blau, Braun und eine Mischfarbe ähnlich Kite.

Das zeigt, wie breit die genetische Basis dieser uralten Bauertauben immer noch ist.

Übrigens die Tiere fliegen wie bolle. Ich habe zwei kleine Videos, leider kann man die hier nicht einstellen.

Gruß Uwe


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15.07.2019, 05:58 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.07.2019 08:45 von Lotta.)
Beitrag #142
RE: Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
Meine Egerländer im Flug.

Ihr müsst den Ton auf "laut" stellen!

https://www.youtube.com/watch?v=ZWRT4NZdiGc

https://www.youtube.com/watch?v=EqC-cIKr9-M
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06.08.2019, 04:56
Beitrag #143
RE: Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
Ein paar Bilder meiner Tiere


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08.08.2019, 21:22
Beitrag #144
RE: Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
Hallo Lotta,
ich bin von den Flugaufnahmen Deiner Tauben im vorletzten Beitrag sehr begeistert. Im Bergischen Freilichtmuseum https://freilichtmuseum-lindlar.lvr.de/d...seite.html hatten wir ja Klätscher und Feldflüchter.
Die dortigen Klätscher flogen nicht so gut und flott wie Deine Tiere.
Die Klätscher paarten sich auch mit den Feldflüchtern und gingen in den Feldflüchtern auf. Vor einigen Jahren sah ich einige wunderschöne blaue F1 in Lindlar. Rund um das Freilichtmuseum ist Habichtsland mit allen Vorteilen für die Habichte, so daß sich die dortigen Klätscher, die - wie schon erwähnt, nicht so gut flogen wie Deine Tiere, auf die Dauer dort nicht halten konnten. Die Feldflüchter sind noch im Museum.
Viele Grüße
Lupus

PS. hast Du oder tunk schon mal eine Versuchspaarung Klätscher/Feldflüchter gemacht?
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09.08.2019, 06:15 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.08.2019 06:18 von Lotta.)
Beitrag #145
RE: Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
Guten Morgen Dietmar,
ja das ist ein wichtiges Auslesekriterium bei mir. In diesem Jahr zog ich den ersten Jungvogel der sowohl sehr schön gezeichnet als auch ein Bombenflieger ist. Daran orientiert sich meine Zucht. Meine Jungtauben haben in diesem Jahr an kühlen Morgenden bis zu 1 Stunde geflogen. Klatschen und Stellen inbegriffen. Wenn sie es nicht machen, gehen sie in den Topf. Ich weiß ich bin sterng, aber:

ICH GLAUBE DARAN - Diese Bauernkröpfer müssen zu früheren Zeiten gute Flieger gewesen sein. das will ich wieder rauszüchten. Sie haben es ganz sicher noch in ihren Genen. Als Bauernhoftaube mit wenig Zufütterung mussten sie auf die Felder! Dazu die Scheckung, schon fast eine Zielscheibe für die Greife. Also mussten sie Strategien entwickeln, wie sie am leben bleiben. Auch hier kann ich bestätigen das diese Tiere extrem Aufmerksam sind und auch noch Methoden in ihren Genen haben um Habicht und Co. auszutricksen.

https://www.youtube.com/watch?v=whQTYRsNCZ8

auf Laut stellen!
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26.08.2019, 11:02 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.08.2019 11:09 von Lupus.)
Beitrag #146
RE: Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
Hallo Lotta,
in Österreich beschäftigt sich Martin Schletterer https://www.zobodat.at/pdf/OEKO_2004_4_0018-0026.pdf mit diversen Taubenrassen. Er hat u.a. auch das Buch "Die Taube im Wandel der Zeit" herausgegeben. Wenn ich richtig informiert bin, hat er sich auch mit den Klätschern beschäftigt.

VG
Lupus


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26.08.2019, 11:34 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.08.2019 11:35 von Lupus.)
Beitrag #147
RE: Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
Hallo Lotta,
Auszug aus http://www.arche-austria.at/index.php?id=81 von Martin Schletterer:
Waldviertler Kröpfer
Die Waldviertler Kröpfer (Waldviertler Schecken) waren Anfang des 20. Jahrhunderts auf Bauernhöfen im heutigen Grenzgebiet von Österreich, Tschechien und der Slowakei häufig anzutreffen. Früher hatten diese Tiere einen schwachen Körperbau, da sie nicht ständig vom Menschen gefüttert wurden, sondern sich auf den Feldern Nahrung suchen mussten. Beim Ausnehmen der Nester gab es dennoch eine gewisse Selektion: So wurden jene Jungen mit der gewünschten Zeichnung im Nest gelassen, sodass sich diese festigen konnte. Zudem spielte auch der Flugstil eine Rolle, bevorzugt wurden nämlich Junge von jenen Tieren, die zur Paarungszeit einen optisch und akustisch beeindruckenden Flug vorzeigten: Dabei klatscht (steigt) der Tauber 10 bis 15 m hoch und lässt sich anschließend mit abgespreizten Flügeln wie ein Stein fallen, währenddessen klatscht die Täubin hoch, und wenn sie sich fallen lässt, klatscht erneut der Täuber hoch. Für dieses Schauspiel – durch das die Handschwingen zerschlissen werden – benötigt der Waldviertler ein Federwerk mit möglichst breiter Außenfahne, was bei anderen Rassetauben oft zurückentwickelt ist. Waldviertler Kröpfer gab es in den vier Grundfarbenschlägen Schwarz (mit schwarzem Schnabel), Blau (mit dunklem Schnabel), Rot und Gelb (mit hornfarbigem Schnabel). Der Stellerkröpfer (mit wachsfarbenem Schnabel) entstand aus dem Waldviertler Kröpfer und hat im Lauf der Zeit diesen Urtyp stark zurückgedrängt. Heute unterscheiden nicht nur Schnabel bzw. Krallenfarbe die zwei Kröpfer: Der Waldviertler ist robuster, flugfreudiger und von der Zeichnung her gibt es ihn nur als Tiger: Auf der Grundfarbe Schwarz sind einige weiße Partien, vor allem das charakteristische Rückenherz (über die Schultern farbig eingefasst) sowie einige weiße Federn, welche Kopf, Hals und Flügelschild gleichmäßig tigern. Stellerkröpfer sind im Gegensatz dazu Schecken und es gibt zudem Zeichnungsvarianten wie Einfarbig oder Rieselköpfe (Körper in Grundfarbe, nur der Kopf ist mit weißen Federchen durchsetzt – die „herunterrieseln“).
Der Taubenpreisrichter Leopold Skryanz lernte den Waldviertler Kröpfer Anfang 1980 kennen und war von dieser bodenständigen Taube fasziniert: deswegen kaufte er Restexemplare auf, verpaarte sie gekonnt und schuf eine einheitliche Linie, sodass auch ein Standard geschaffen werden konnte. Bei einer Taubenausstellung in Brünn erfuhr Herr Skryanz von einem alten tschechischen Züchter, dass es den Waldviertler Kröpfer schon um 1900 in der heutigen Zeichnungsvariante gegeben haben soll. Auf einigen Bauernhöfen im Waldviertel kann man heute noch „Waldviertler“ antreffen, diese sind jedoch nicht ausstellungsfähig, da sie aufgrund langer Inzucht eine zu waagrechte Haltung und nur mehr ein sehr kleines Blaswerk haben. Herr Skryanz erwarb 1983 auf einem solchen Bauernhof ein Einzelexemplar: Der Tauber war stark ingezüchtet, aber er vererbte die Zeichnung sehr gut. Als fremdblütiges Partnertier wurde ein zuchterprobtes Kreuzungstier zwischen Steigerkröpfer und Französischem Kröpfer verwendet. Diese starke, einfarbig schwarze Täubin mit kräftigem Kropf bekam Herr Skryanz vom Kröpferverein, denn es hatten Züchter des Steigerkröpfers den Französischen Kröpfer eingekreuzt, um den Stand ihrer Tiere zu erhöhen. Und es erwies sich schließlich als glückliche Fügung, denn aus der Nachzucht dieser zwei Tauben wurden Vollgeschwisterpaarungen gemacht und dadurch festigte sich die typische Zeichnung des Waldviertler Kröpfers. Durch den kleinen Ursprungstäuber und die große Kreuzungstaube konnte zudem eine ideale Größe erreicht werden. Um 1988 hat Herr Skryanz erneut einen „originalen“ Täuber eingekreuzt, um die Zeichnung weiter zu festigen und er hat dadurch einen tadellosen Zuchtbestand geschaffen. Anzumerken ist, dass diese Rasse in Volierenhaltung nicht gut züchtet, deshalb musste sich Herr Skryanz im Jahr 2001 von der Rasse trennen, da er nicht mehr die Möglichkeit hatte, den Tieren Freiflug zu gewähren. Der gesamte Bestand kam in die Erhaltungszuchtanlage im Tiergarten Schönbrunn, wodurch der Fortbestand diese Rasse gesichert ist.

Österreichische Klätschertaube
Bei den Recherchen für mein Buch „Die Taube im Wandel der Zeit“ habe ich im Herbst 2003 erstmals von der Österreichischen Klätschertaube erfahren. Seitdem habe ich versucht, Näheres über diese Taube herauszufinden und Züchter ausfindig zu machen. Gustav Prütz beschreibt den Klätscher vom Aussehen her als Bindeglied zwischen holländischer und deutscher Kropftaube. Der Name Klätscher oder „Plätscher“ ist von einer Besonderheit des Flugstiles dieser Taube abgeleitet, denn sie zeichnet sich durch lautes Flügelklatschen beim Umherfliegen aus. Prütz beschreibt die Klätschertaube 1876 in seiner Überarbeitung des Neumeister-Buches als kräftige Taube mit kurzen, unbefiederten Füßen und einem ausgeprägten Blaswerk. Sie weist einen hellen Schnabel und Perlaugen mit roten Rändern auf. Die noch vor 50 Jahren im Raum Wien häufig gezüchtete, vitale und brutfreudige Klätschertaube, welche es in den Farbenschlägen Schwarz, Blau, Gelb und Rot gab, musste dem zarteren Steigerkröpfer, für dessen Erzüchtung sie auch Pate gestanden hat, weichen und schien fast verschwunden.
Doch über Kollegen bei der deutschen GEH erfuhr ich von Dr. Jürgen Güntherschulze, der eine Zuchtgruppe „besonderer Kropftauben“ habe. Sofort trat ich mit ihm in Kontakt, und tatsächlich – er hatte lange Jahre eine Zuchtgruppe der Klätschertauben geführt, die er vor kurzem an Joachim Fahlke abgegeben hatte. Ich nahm Kontakt mit diesem Herrn auf, der sich gleich bereit erklärt hatte, einige Paare dieser vitalen und brutfreudigen Rasse für die „Rückführung in die Heimat“ zur Verfügung zu stellen. Gemeinsam mit Herrn Güntherschulze erarbeitete ich einen Standard, basierend auf alter Literatur und seiner Zuchterfahrung. Diesen Standard legte ich dem Vorsitzenden des österreichischen Bundeszuchtausschusses – August Heftberger – vor, welcher ihn den Erfordernissen der EE (Entente Européenne) anpasste. Zur Anerkennung und Aufnahme in den Standard müssen die Tauben mindestens drei Mal auf großen Schauen ausgestellt werden.
Anfang April 2005 konnte Peter Heindl auf seiner Erhaltungszuchtanlage 18 Tiere von Herrn Fahlke in Empfang nehmen und stellte daraus 9 Paare zusammen (4 Paar Schwarze, 2 Paar Rote, 2 Paar Schwarz-Weißgetigerte und 1 Paar Schwarze mit weißer Stirnplatte). Die Roten, Schwarzen sowie die Getigerten entsprechen dem vorläufigen Standard; das schwarze Paar mit weißer Stirnplatte hat Herr Fahlke mitgegeben, damit wir auch diese Zeichnungsvariante sehen (bis jetzt konnten wir diese Zeichnungsvariante in der alten Literatur nicht finden). Zurzeit gibt es einen Stamm im Zuchtschlag des Schönbrunner Tiergartens und es haben sich drei Züchter gefunden, die sich mit der Rasse beschäftigen und ihren typischen Flugstil fördern. Für eine Anerkennung müssen nun drei markante Unterschiede zu den verwandten Rassen (Steller- und Steigerkröpfer) herausgearbeitet werden.
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01.10.2019, 20:36 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.10.2019 21:31 von Lupus.)
Beitrag #148
Mosaik-Tauben
In diesem Jahr verbrachte ich meinen Urlaub auf Ischia. Eine wunderbare Insel. Taubenmäßig war dort allerdings nicht viel los. In den Ortschaften gab es einige Stadttauben, in den Außenbezirken der Orte trotz starker Bejagung relativ viele Türkentauben.
In Casamicciola gab es dann doch noch einen Highlight bei den Stadttauben, eine Mosaik-Taube, siehe hierzu auch https://www.taubensell.de/011_Neu_Archiv...tauben.htm und https://www.deutscheflugtipplerunion.de/...osaik2.pdf
In den Läden gab es viele aus Ton gefertigte Figuren, interessant fand ich dann auch die Darstellung der Geflügelverwertung.


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08.10.2019, 20:44 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.10.2019 20:45 von Lupus.)
Beitrag #149
Taubenzucht
Taubenzucht. Möglichkeiten und Grenzen züchterischer Gestaltung. Strukturen, Figuren, Verhalten, Zucht und Vererbung in Theorie und Praxis, Achim 2019, ISBN 978-3-9812920-6-0, 368 Seiten, mehr als 700 überwiegend farbige Fotos http://www.taubensell.de
Im Mittelpunkt dieses Buches stehen Zuchtprobleme und Strategien zur Umsetzung der Erkenntnisse der Vererbungslehre in die Praxis. Bei Neuzüchtungen scheint es vordergründig nur um die Vererbung von Färbungen und die Übertragung von Farbfaktoren zu gehen. Für einen schnellen und dauerhaften Erfolg sind darüber hinaus Kenntnisse über körperliche Merkmale, Federstrukturen, Verhalten u.a. erforderlich. Aufgezeigt werden die Vielfalt der Erscheinungen und des Verhaltens. Es wird nachgezeichnet, wann und wie diese Merkmale aufgetreten sind und wie man mit ihnen in der Zucht umgehen kann. Durch mehr als 700 Fotos ist das Buch auch ein Nachschlagewerk für den Variantenreichtum der Haustaube, von daher auch ein unterhaltsames Bilderbuch. Durch mehr als 300 einschlägige Quellen werden Hintergründe der Entstehung von Rassen und Merkmalen aufgezeigt. Für den an historischer Taubenliteratur Interessierten ist das Buch auch eine interessante Auseinandersetzung mit der Zuverlässigkeit von alten Quellen, oft mit überraschenden Ergebnissen. In zahlreichen Beispielen werden Vererbungsgesetze veranschaulicht und ein einfaches Verständnis der Grundlagen vermittelt. Die begleitenden Bilder, vielfach aus der eigenen Zucht, sind gleichzeitig Veranschaulichung und Beleg. Der Leser wird mitgenommen beim Nachvollziehen des Entdeckungsverfahrens und kann sich dadurch eine plastische Vorstellung über die Methoden in der Zucht und Wege der Aufdeckung von Vererbungsmechanismen machen. Er wird auch erkennen, wo und warum Lücken in unserem Wissen bestehen. Durch umfangreiche Dokumentation empirischer Beobachtungen wird er Fakten zur Hand bekommen, an denen er ggf. eigene Testergebnisse ‚reiben‘ kann. Der Entschlüsselungsprozess zur Taubengenetik ist noch nicht zu Ende!
aus dem Vorwort der Hinweis auf das Aufdecken von Irrtümern der Literatur über die Rasseentwicklungen, die bis heute fortwirken:
Die Aussagen in diesem Buch werden durch ein umfangreiches Quellenmaterial belegt. Zum Teil sind wesentliche und markante Aussagen aus schwer zugängli­chen Quellen im Textteil direkt wiedergegeben, damit Aussagen und Schlussfolge­rungen nachvollzogen und Details ggf. nachgelesen werden kön­nen. Eigene Zuchtergebnisse sind mit authentischen Bildern dokumentiert. In einigen Fällen wird der Erkundungsprozess bei komplexen Merkmalen nachgezeichnet, der oft noch nicht abgeschlossen ist. Vielleicht kann das anregen, den Faden auf der Grundlage bisheriger Erkenntnisse fortzuspinnen oder gänzlich andere Denkansätze zu prüfen.
Wie wichtig eine Dokumentation mit Belegen ist, das wird deutlich, wenn man sich für die Entwicklung von Taubenrassen und Rassegruppen interessiert, die sich über die Jahrzehnte und Jahrhunderte im Erscheinungsbild und in ihrer Lei­stungsfähigkeit gravierend verändert haben. Historische Fehleinschätzungen und Vermutungen, die bei guter Recherche als falsch hätten erkannt werden müs­sen, werden von späteren Autoren als belegte Tatsachen weitergegeben. Das betrifft auch bekannte deutsche Fachschriftsteller des 19. Jahrhundert, die z.B. über die Entstehungsgeschichte der Belgischen Brieftaube spekuliert haben und mit ihren Aussagen auch das heutige Meinungsbild prägen. Das gilt auch für die Rassegruppen der Langschnäbligen Tümmler, der Warzentauben und der Bagdetten. Auch heutige falsche Zuordnungen von Rassen in die für Ausstellungszwecke unterschiedenen Gruppen gehen auf lange zurückliegende Irrtümer in der alten Literatur zurück. Diese Fragen werden im Anhang zur Abrundung der Abhandlung exemplarisch in einer Auseinandersetzung mit dem historischen Schrifttum aufgegriffen.


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26.10.2019, 06:31 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.10.2019 06:50 von Lupus.)
Beitrag #150
Turteltaube Vogel des Jahres 2020
Die Turteltaube Streptopelia turtur wurde jetzt mit Recht zum Vogel des Jahres 2020 vom NABU https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/a...index.html
"gekürt".
Aufgrund nachfolgender Bitte einer naturkundlichen Einrichtung suche ich einen Frost-Balg (aus Nachzucht in menschlicher Obhut) dieser Taube zum Präparieren oder auch ein fertiges Präparat. Diesbezügliche Bezugsquellenhinweise sehe ich per PN gerne und dankend entgegen.

Lieber Herr

vor mir auf dem Schreibtisch steht schon einige Zeit Ihre Urlaubskarte von der Insel Ischia. Inzwischen sind sie ja längst wieder zu Hause – nachdem Sie hoffentlich auch ohne Regentage noch die ersehnte intensivere Bekanntschaft mit der Mollusken-Fauna ihrer Urlaubsinsel machen konnten!

Nach ihrer diesbezüglichen Ankündigung sind wir alle schon sehr gespannt, welche Objekte Sie uns demnächst zugedacht haben. Das Öffnen der Pakete von Ihnen ist immer ein kleines Institutsereignis…

Ich habe dieses Mal aber auch eine Bitte an Sie. Wir präsentieren im Eingangsbereich unseres Hauses schon länger ein „Tier des Jahres“ als Dermoplastik mit einem Steckbrief. Im kommenden Jahr ist nun die Turteltaube „Vogel des Jahres 2020“, und wir haben in diesem Zusammenhang gemerkt, dass wir derzeit keine Turteltaube als Dermoplastik in der Sammlung haben. Es gibt aktuell ein Ei, und es existieren Aufzeichnungen, dass ein Präparat einer Turteltaube vor 1935 Bestandteil der Sammlung war. Seitdem wird dieses aber als Verlust geführt.

Meine Frage an Sie ist, ob Sie uns ein Turteltauben-Präparat besorgen und/oder anfertigen lassen könnten. Einerseits möchten wir unseren Besuchern natürlich gerne den „Vogel des Jahres 2020“ zeigen, andererseits würde die wunderbare Taubengruppe, die wir u.a. durch Ihre Unterstützung inzwischen präsentieren können, dadurch perfekt ergänzt werden. Selbstverständlich würde der Förderverein für die Kosten aufkommen. In jedem Fall schon im Voraus vielen Dank für Ihre Mühe!

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Frau in den nächsten Wochen viele goldene Herbsttage, in denen Sie noch etwas Sonne und Licht genießen und Haus und Hof auf den Winter vorbereiten können.
Bleiben Sie gesund und seien Sie herzlichst gegrüßt.....


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06.12.2019, 12:37 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.12.2019 12:39 von Lupus.)
Beitrag #151
Turteltaube Streptopelia turtur
Die Turteltaube – Verliebter Veganer im Fadenkreuz

Streptopelia turtur – die Turteltaube

Als Vogel des Jahres 2020 wurde die Turteltaube, eine seltene, kleine und recht ansehnliche Taube ausgewählt. Sie gilt – wie alle Tauben – nicht nur als Symbol für Frieden, zusätzlich ist sie auch der Inbegriff für das Verliebt-Sein. Da wundert man sich schon, dass der deutschland- und weltweit starke Rückgang zu einem erheblichen Teil auf heftige Bejagung zurückzuführen ist.

Die Turteltaube ist deutlich kleiner als die viel häufiger vorkommenden Haus- oder Ringeltauben. Ihr „edel“ wirkendes Gefieder changiert in taubentypischem Blaugrau bis Rot und Gold. Ein sog. Geschlechtsdiphormismus ist kaum zu erkennen, Männchen und Weibchen sehen also fast gleich aus: Gender Mainstreaming im Tierreich. Der wohlklingende Gesang lässt sich als schnurrendes Gurren, wahlweise auch als gurrendes Schnurren oder einfach mit „turr-turr“ umschreiben.

Die Turteltaube ist Veganer, fast Frutarier, aber nicht sehr streng. Pommes- und Pressfleischbrösel – wie bei ihren städtischen Verwandten – kommen ihr trotzdem nicht in den Kropf. Gerne pickt sie am Boden Samen von Wildkräutern und Gehölzen.
Am liebsten Samen von Ackerwildkräutern wie dem Erdrauch. Damit brachte sie den Ackerbauern einst einen deutlichen Nutzen bei der „Unkrautbekämpfung“.
In unseren heutigen intensiv genutzten Feldlandschaften kann sie kaum noch genügend Wildkrautsamen finden, wodurch sich ihr Nahrungsanteil an landwirtschaftlichen Sämereien wie Sonnenblumenkerne, Raps- und Weizenkörnern stark erhöht hat.

Beobachten lässt sich gelegentlich der elegante Balzflug, der auch schon mal außerhalb vom späteren Brutplatz vorgeführt wird. Was die Turteltaube aber besonders hervorhebt, ist ihr „zärtlicher“ Umgang untereinander, der uns seit jeher an das Verhalten verliebter, menschlicher Paare erinnert – eben das Turteln.
Von Mai bis Juli brütet sie ein- bis zweimal und legt je zwei Eier in ein kleines Baumnest. Wenn die Küken nach rund zwei Wochen schlüpfen, halten sie sich bis zum Flüggewerden noch in den umliegenden Baumkronen auf. Man nennt das allgemein die Ästlingsphase.

In den Herbst- und Wintermonaten sucht man die Turteltaube bei uns vergebens. Auch sie zählt zu den Zugvögeln und ist frühestens Ende April bis maximal Anfang Oktober im Bergischen Land anzutreffen. Ab September sammeln sie sich in Schwärmen und ziehen
viele tausend Kilometer bis südlich der Sahara. Damit gelten sie als sogenannte Langstreckenzieher.

Von Russland bis zum Mittelmeer, wo sie noch am häufigsten vorkommt, erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet. Dabei ist sie vor allem im wärmebegünstigten Tiefland und nur selten in wald- oder gebirgsreichen Regionen anzutreffen. Deutschland beherbergt noch ca. 12.000 bis 22.000 Brutpaare. Das Bergische Land gehört somit topografisch bedingt nicht zu den Lieblingsorten der Turteltaube. Dennoch konnten in den 1980er bis zum Anfang der 1990er Jahre zahlreiche Brutzeitbeobachtungen in Rösrath, Overath-Untereschbach, Lindlar, Kürten, der Dhünntalsperre und Wipperfürth gemeldet werden. Ab den 1990er bis in die Mitte der 2000er Jahre gab es in den Frühjahr- und Sommermonaten noch gelegentliche Nachweise von Turteltauben in Hückeswagen, Wiehl, Nümbrecht, Ruppichteroth, Overath, Rösrath und der Wahner Heide, dem einzigen regionalen Verbreitungsschwerpunkt, in dem bis zu 25 Brutpaare gezählt wurden.
Ab den 2010er Jahren kamen nur noch Meldungen aus der Wahner Heide und unregelmäßigen Sichtungen von angrenzenden Flächen bei Rösrath, die auch heute noch bestehen. Im Jahr 2019 konnte zudem wieder eine Turteltaube bei der Futtersuche in Radevormwald nachgewiesen werden. Es bleibt zu hoffen, dass sie uns im Bergischen Land irgendwann wieder häufiger besuchen wird.

Die Turteltaube steht in Deutschland auf der Roten Liste. Auch global gilt sie als sehr gefährdet. Dies veranlasste die EU im Mai 2018, einen speziellen Aktionsplan zu starten. Traurig ist, dass von den Mitgliedstaaten bisher noch keiner die Sofort-Agrar-Umweltmaßnahmen in die Wege geleitet hat.
In einem 2019 gestarteten Projekt sollten Zugrouten und Rastplätze der Turteltauben erfasst werden, um mehr über den gefahrvollen Zug zu erfahren und daraus weitere Schutzmaßnahmen ableiten zu können. Denn neben den Gefahren durch Kollision mit unserer Infrastruktur oder Erschöpfung durch Unterernährung ist die Bejagung ein enormes Problem:
In zehn EU-Staaten besteht eine Jagderlaubnis für die Art. Jährlich werden 1.400.000 bis 2.000.000 Turteltauben erschossen – zum Spaß oder als billiger Snack. Die größte Gefahr bildet der Zwischenstopp auf der für die Rast beim Flug über das Mittelmeer ideal gelegenen Insel Malta, wo bereits viele der der ca. 10.000 dortigen Vogeljäger auf die Ankunft der Friedens- und Liebessymbole warten.


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09.12.2019, 06:47 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.12.2019 06:48 von Lotta.)
Beitrag #152
RE: Rund um die Taube u.a. Feldflüchter
Guten Morgen Dietmar,
Knut bereitet zur Zeit alles für einen erneuten Kreuzungsversuch Feldflüchter x Klätscher vor.

Durch einen Kauf von G. Winzen kamen einige blau scheckige Tiere mit in den Pool.

Knut sichtet seit langem. Er hat einen Vogel der helle Augen hat und auch einen Vogel der die Anlage des Flügelstellens (ja Feldflüchter) trägt. Sein Problem ist zur Zeit, diesen sicher auszusuchen.

Weiteres kommt von Knut. Anbei ein Bild eines Egerländers aus der Tschechei aus 2014.

Gruß Uwe


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