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Museen bilden
04.11.2019, 11:27 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 04.11.2019 11:34 von Lupus.)
Beitrag #241
RE: Museen bilden
Liebe Freundinnen und Freunde der Zoologischen Sammlung Rostock,

manchmal brauchen die Dinge einfach ihre Zeit – aber nun steht ein neuer Termin für die im Juli krankheitsbedingt ausgefallenen Fisch-Exkursion fest.
Am 23. November 2019 bietet Herr Winkler eine Exkursion an die Kösterbeck an, um das Gewässer und darin lebende Fische vorzustellen, eine Einführung in die Elektrofischerei zu geben und mit den Exkursionsteilnehmern Biber zu beobachten.

Treff ist für alle Interessierten am 23.11.2019 um 10.00 Uhr an der Straßenbrücke zwischen Bandelstorf und Godow.
Anfahrt: Über die A 19, ab Kreuz Rostock A 20 bis Abfahrt Dummerstorf, an der Kreuzung links halten auf der L 191 Richtung Bandelstorf/Petschow, in Bandelstorf die L 191 verlassen Richtung Godow.
Für eine bessere Planbarkeit bittet Herr Winkler um eine baldige Rückmeldung, wer an der Exkursion teilnehmen möchte.
Bitte geben Sie auch rechtzeitig Bescheid, wenn Sie eine Mitfahrgelegenheit brauchen oder noch Leute im Auto mitnehmen können.

Mit warmer Kleidung und wasserdichtem Schuhwerk wird das ganz sicher ein spannender und kurzweiliger Ausflug an diesen Nebenfluss der Warnow.

Ihnen allen bis dahin einen nicht allzu grauen Herbst und freundliche Grüße aus der Zoologischen Sammlung

Antje Hlawa

________________________________________________________________________________​______

Freunde und Förderer der Zoologischen Sammlung Rostock e.V.
Allgemeine und Spezielle Zoologie
Universitätsplatz 2
18055 Rostock
Tel.: 0381 - 498/6281, 498/6267, 498/6261
E-Mail: foerderverein.zoologie@uni-rostock.de


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05.11.2019, 00:00 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.11.2019 13:24 von Lupus.)
Beitrag #242
Stadtarchive
In Bezug auf unsere Familien- u. Ahnenforschung haben wir auch das
Angebot einiger Stadtarchive im Sauer- und im Rheinland genutzt.
Auch mit dem Stadtarchiv der Stadt Radevormwald arbeiten wir gut und gerne zusammen und stellen diesem Archiv Dokumente aus der Volks- und Naturkunde zur Verfügung, siehe nachfolgende Mail:

Sehr geehrter Herr …...

herzlichen Dank für Ihre Postkarte und das Angebot. Gerne könne Sie diese Auflistung im Archiv abgeben.
Sie wird dann zu Ihrer Sammlung, die inzwischen einige Kartons umfasst, zugefügt und der geneigte Forscher kann
daraus dann seine Erkenntnisse ziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Stadt Radevormwald
Hauptamt / Archiv
Hohenfuhrstr. 13
42477 Radevormwald


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16.11.2019, 12:47
Beitrag #243
RE: Museen bilden
Hallo,
ein interessanter Wasserschneckenfund in einem Ülfealtarm in Radevormwald-Dahlhausen. Das Beleg-Gehäuse erhielt die Zoologische Sammlung der Universität Rostock https://www.zoologie.uni-rostock.de/

Lieber Herr …...
ich habe heute das Ihnen unbekannte Schneckengehäuse erhalten und die Anfrage an den Süßwassermollusken-Experten bei uns weitergeleitet. Hier ist seine Antwort:

...ja, es ist Stagnicola. Die Art lässt sich nur anatomisch bestimmen. St. corvus, St. palustris oder St. fuscus kämen in Frage.

Wir werden das Tier unter dieser Bezeichnung in unsere Sammlung übernehmen.
Herzliche Grüß


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20.11.2019, 22:00 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 20.11.2019 22:00 von Lupus.)
Beitrag #244
RE: Museen bilden
Ich schweife einmal kurz von den Museen ab, bleibe aber bei den Mollusken.
In diesem Jahr verbrachte ich ja meinen Urlaub auf Ischia (wie bereits in anderen Beiträgen hier im Forum beschrieben) und nutze dort auch die Thermen. An einer Therme
wurde auch eine Salbe aus Essenzen dieser Therme kombiniert mit dem Schleim der Gefleckten Weinbergschnecke Cornu aspersum zur Hautpflege angeboten. Da ich seit einigen Jahren mehrere Arten der Gehäuse-Schnecken pflege, desweiteren schubweise unter Psoriasis leide, machte mich diese Salbe neugierig. An einem Regentag ging ich auf Ischia auf Schneckensuche. Ich fand dann einige Nudelschnecken/Divertikelschnecken Massylaea vermiculata. Diese Schnecke gehört ebenso wie die Weinbergschnecken zu den Schnirkelschnecken. Da ich auch etwas trockene Haut auf dem Handrücken hatte, setze ich die Schnecken darauf. Die Schnecken fingen auch an zu weiden und es zippte ganz leicht, ähnlich wie bei den Knabberfischen/Saugbarben. Nach einiger Zeit setze ich die Schnecken in ihr Behältnis und rieb
den Schneckenschleim in die befallenen Hautstellen ein. Diese Handhabung wiederhole ich täglich und es tritt eine wesentliche Besserung der Hautstruktur ein. Der Schleim der Schnirkelschnecken ist sehr angenehm - im Gegensatz zu
dem Schleim der Nacktschnecken. U.U. haben ja andere Forennutzer ähnliche Hautprobleme und probieren mal die "Schnecken-Therapie" aus.


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03.12.2019, 14:20 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.12.2019 14:28 von Lupus.)
Beitrag #245
RE: Museen bilden
Bereits mehrfach berichtete ich hier über das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum http://www.jagd-fischerei-museum.de/ . Eindrucksvoll ist u.a. das dortige Salmoniden-Exponat. Dank des Bergischen Fischereivereins http://www.bfv1889ev.de/ und des Wupperverbandes
https://www.wupperverband.de/internet/we...seite.html
gibt es wieder Wanderfische der Gattung Salmo in der Wupper.
Der Wupperpatte Elmar Weber konnte jetzt Meerforellen beim Laichen in der Wupper beobachten. Nachfolgend seine Beschreibung und seine Fotos:
Ein Rogner braucht hier ungefähr 2 Tage, um seine Laichgrube
vorzubereiten. Dabei ist er auf eine gut durchströmte Stelle angewiesen, die sowohl sehr grobes Substrat aufweist, das der Fisch kaum bewegen kann, als auch mittelgrobes Substrat, das er durch Schwanzschläge gut bewegen kann. Das sehr grobe Substrat legt er so gut es geht frei. Dadurch entsteht ein Auswurfhügel hinter der Grube. Vorher legt er aber auch kleinere Hügel mit feinerem Substrat vor und neben der Grube an.

Während dieser Zeit wird der Rogner von einem dominanten Milchner
bewacht und umworben, der schwächere Konkurrenten und Kleinfische vertreibt, die die Eier fressen wollen. Wenn die Lücken zwischen den groben Steinen sauber und die Hügel oberhalb der Grube fertig sind, zeigt der Rogner dem Milchner die genaue Stelle zwischen den größeren Steinen, wo er laichen will, indem er seinen Unterleib mit der Legepapille immer wieder in die entsprechende Lücke drückt. Das wird von heftigem Zittern des Milchners begleitet, das auf meinen Videos sogar als Brummton wahrnehmbar ist (man kann sogar regelmäßig die Schwebebahn und die Sirenen von Einsatzfahrzeugen unter Wasser hören).

Unmittelbar vor der Abgabe des Laichs reißt der Rogner das Maul auf und krümmt sich wie eine Banane über den groben Steinen. Fast gleichzeitig reißt der Milchner ebenfalls sein Maul auf und verwandelt das Wasser über den Steinen durch Abgabe des Samens in eine milchige Brühe. Die Eier bekommt man deshalb fast nicht zu sehen.

Sofort danach verschließt der Rogner die Lücken zwischen den groben
Steinen mit einigen extrem kräftigen Schwanzschlägen. Dafür braucht er die Hügel aus mittelgrobem Substrat vor und neben der eigentlichen Grube.

Das 1. Bild lässt gut erkennen, wie der Rogner dem Milchner den genauen Laichplatz zeigt. Man achte auf den grünlichen Stein unten links im Bild und den Ziegelstein rechts daneben, neben dem die Eier abgelegt werden.

Das 2. Bild zeigt den nur wenige Sekunden dauernden Moment der Abgabe der Laichprodukte mit der Milchwolke. Man beachte, wie sehr sich der Rogner durchbiegt, im Nacken- und Rückenbereich entstehen sogar Falten.

Das 3. Bild zeigt die Folgen kräftiger Schwanzschläge des Rogners. Das etwas feinere Substrat wird in die Lücken des groben Substrats
geschlagen. Die Milchwolke ist noch deutlich zu sehen.

Das 4. Bild lässt den grünen Stein links unten noch erkennen, während der Ziegelstein nach nur 4 kräftigen Schwanzschlägen komplett verschwunden ist. Der Laich ist sicher.

Zwischen dem 1. und dem 4. Bild liegen sage und schreibe nur 25 Sekunden!

Der Rogner war schätzungsweise 35-40 cm lang, der Milchner 50-55 cm. Der Milchner schnappte sich unmittelbar nach der Laichabgabe noch ein oder zwei Eier, bevor der Rogner sie bedecken konnte.

Das Video hat angesichts mittelguter Lichtverhältnisse eine
zufriedenstellende Qualität, die Screenshots habe ich reduziert, um die
4 Fotos gleichzeitig mitsenden zu können. Es wurde am 14.11.19 direkt vor meinem Büro (Flutufer) zwischen 13:00 und 14:30 Uhr gedreht.


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05.12.2019, 20:35
Beitrag #246
RE: Museen bilden
Wie bekannt nutzen Stadt Wuppertal und Wupperverband seit Jahren große Bruchsteine zur Renaturierung der Wupper in der Innenstadt. So entstehen turbulente Strömungen und Ruhezonen, die den Lebewesen im Wasser ausgesprochen gut tun.
Der Verein "Neue Ufer Wuppertal" https://neue-ufer-wuppertal.de/de/der-verein.html hatte sich nun überlegt, dass es hydrologisch keinen Grund gibt, diese Steine immer unbehauen zu lassen. Dass im Gegenteil, wenn manchmal so ein Stein figürlich erkennbar wäre, sich der Blick der Menschen an und über der Wupper zum Fluss lenken ließe – und damit kleine Alltagsrituale und Wertschätzung entstehen.
Der Wupperverband konnte dieser Argumentation folgen und hat sich entschlossen, den ersten Störstein in Tierform ins Wasser zu setzen. Er beauftragte Steinbildhauerin Christiane Püttmann mit dem Hauen einer Lachsskulptur, die nun getauft und dann in der Rosenau in die Wupper gebettet wurde. Die Rosenau war einer der ersten naturnah gestalteten Wupperabschnitte und die Rückkehr der Lachse steht sinnbildlich für die gelungene Renaturierungsarbeit von Stadt und Wupperverband, also ein echtes Denk-mal!


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29.01.2020, 15:37 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.01.2020 15:59 von Lupus.)
Beitrag #247
Im Dahlhauser Forst
Der "Dahlhauser Forst" ist den Buschhuhnzüchtern und manchem älteren Jagdteckelfreund ein Begriff. In diesem Waldgebiet liegt auch das Naturschutz- und FFH-Gebiet "Wupper bei Radevormwald". Zum Jahresbeginn legte ich in diesem Jahr einen Grundstein mit allen Dokumenten zum Dahlauser Forst.
Die Schutzausweisung erfolgte zur Erhaltung und Entwicklung arten- und strukturreichen Nass- und Feuchtgrünlandes in der Wupperaue als auentypische Wiesenvegetation und als Lebensraum für Wiesenvögel. Ein Teil des Naturschutzgebietes ist als Schutzgegiet DE-4709-301 nach den Bestimmungen der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) Bestandteil des europäischen kohärenten Netzes von besonderen Schutzgebieten (Natura 2000)
Das Naturschutzgebiet N 3 "Wupper bei Radevormwald" beinhaltet Lebensräume und Tierarten, die im Sinne des europaweiten Schutzgebietssystems Natura 2000 nach der Richtlinie 92/43/EWG zu schützen sind. Die Größe des Naturschutzgebietes (zwischen Krebsöge und Oedeschlenke) beträgt 120,8 ha. Die Empfehlungen des Forstlichen Fachbeitrages sind berücksichtigt, soweit sie das NSG betreffen.


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30.01.2020, 13:31 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.01.2020 13:44 von Lupus.)
Beitrag #248
Bergische Gartenarche
„Über’n Zaun gereicht“
Ableger und Saatgut aus dem eigenen Garten wurden früher wie selbstverständlich an die NachbarInnen weiter gegeben. Mit der Zeit haben sich dabei viele regionale Varianten unserer bekannten Gemüsesorten und Bauerngartenblumen herausgebildet. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts waren diese lokalen Gartenschätze im Bergischen Land noch weit verbreitet. Heute sind sie sehr selten geworden. Mit dem Verschwinden der alten Gärten begann ihr unaufhaltsames Aussterben.
Um dem endgültigen Verlust der verbliebenen Sorten entgegenzuwirken, entstand 2001 auf Initiative der Gartenbuch-Autorin Marie-Luise Kreuter der Arbeitskreis „Bergische Gartenarche“ in der Region Oberberg unter dem Dach des NABU.
Die Bergische Gartenarche verfolgt das Ziel, Gartenpflanzen, die seit mindestens 60 Jahren im Bergischen Land ihre Heimat haben, aufzuspüren, zu erhalten und zu vermehren. Auf den jährlichen Tauschbörsen der Bergischen Gartenarchen werden diese Pflanzen und Saatgut an interessierte PatInnen abgegeben.
Gesammelt werden aber nicht nur Pflanzen, sondern auch ihre Geschichten, ihre lokalen Namen, Anekdoten sowie Informationen über ihre Vermehrung und Besonderheiten.

2007 gründete sich ein Ableger dieses Arbeitskreises für das nördliche Bergische Land, der seit 2014 als eigenständiger Verein „Bergische Gartenarche im Wupperviereck e.V.“ firmiert. Er betreut den mittleren Teil des Bergischen Landes sowie Teile der Niederbergischen Region, der Arbeitskreis Oberberg weiterhin den mehr ländlich geprägten südlichen Teil.

Gemeinsam Zeichen setzen
Um dem regionalen und überregionalen Rückgang der Artenvielfalt entgegen zu wirken und dem Artenschutz auch auf politischer Ebene ein größeres Gewicht zu verleihen, kooperiert die Bergische Gartenarche mit Initiativen und Vereinen auf lokaler und auch nationaler Ebene, die ähnliche Interessen und Ziele verfolgen. So ist seit 2016 der Verein eine der Regionalgruppen des VEN - „Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt“. Seit über 30 Jahren erhält und schützt der VEN seinerseits deutschlandweit alte regionale Sorten.
Außerdem bestehen in Wuppertal Kooperationen und Vernetzungen u.a. mit der Station Natur und Umwelt, mit dem Botanischen Garten Wuppertal, mit der Biologischen Station Mittlere Wupper, dem lokalen Bündnis „Wuppertals urbane Gärten“, mit dem Wuppertal-Institut, der Uni Wuppertal und mehreren Schulen.
Seit 2017 betreibt der Verein „Bergische Gartenarche im Wupperviereck e.V.“ den Arche- garten auf dem Gelände des Permakulturhofes „Vorm Eichholz“ in Wuppertal. Hier werden bedrohte regionale Sorten gezeigt, kultiviert und vermehrt. Auf dem Hof wird bei Vorträgen und Workshops für einen nachhaltigen und naturnahen Nutzgarten geworben.

Wissen weitergeben
Mit dem Verlust der alten Sorten ging auch das Wissen über Anbaumethoden, Zubereitung und Haltbarmachung verloren.
Saatgut selbst zu vermehren war früher eine Selbstverständlichkeit. Auf diese Weise wurden Bohnen-, Erbsen-, oder Meldesorten über viele Generationen in einer Familie weitergegeben und sorgfältig aufbewahrt. Erst mit dem Aufkommen großer Saatgut-Zuchtbetriebe wurde es üblich, Saatgut in Portionen abgepackt zu kaufen. Gesetze regeln heute Zucht und Vertrieb des Saatguts. Da der Erwerb der Lizenzrechte für die Zulassung neuer Sorten sehr kostspielig ist, wird der Markt von wenigen großen Saatgutherstellern beherrscht.
Nur Saatgut von zugelassenen Sorten darf in den Handel gebracht werden. Saatgut von nicht zugelassenen Sorten, zu denen die allermeisten der alten Landsorten gehören, darf jedoch in Kleinmengen wie früher von Hand zu Hand weitergereicht oder getauscht werden.
Die Bergische Gartenarche macht nun genau dies: Das Saatgut der alten bergischen Sorten auf Tauschbörsen, Saatgutfestivals und Informations-Veranstaltungen über Patenschaften abzugeben, damit regionale Schätze wie der Wölle Pitter, das Schlachtschwert oder der Engkohl nicht in Vergessenheit geraten, sondern wieder „in vieler Munde“ sind.
Die Aufgabe der neuen PatInnen ist es, die jeweilige Sorte anzubauen und ein Teil des gewonnenen Saatgutes im Herbst wieder an den Verein zurückzugeben, damit weitere Patenschaften vergeben werden können.
Auf diese Weise haben Verein und Arbeitskreis weit über 200 Bergische Sorten vor dem Aussterben bewahrt, einfach, indem über Aufklärungsarbeit und dem Vergeben von Patenschaften der Wert der Lokalsorten wieder hervorgehoben und durch den Nachbau erhalten wird.
Das Besondere an den alten Sorten ist nicht nur der lokale Bezug über die BäuerInnen / GärtnerInnen des Bergischen Landes, sondern:
Wenn Gemüse- und Zierpflanzen über Generationen in einer Gegend angebaut und vermehrt werden, passen sie sich dort an Klima und Boden an. Auf diese Weise haben die „Bergischen“ Sorten ihr eigenes Erbgut mit ihren individuellen Eigenschaften entwickelt. Sie gedeihen gut im rauen Klima des Bergischen Landes und sind weniger anfällig gegen Schädlinge und Krankheiten.
Als lebendiges Kulturerbe sind sie sehr wertvoll, und ihre Vielfalt und Schönheit ist eine Bereicherung in Garten und Küche. Die alten Gemüsesorten sind nicht nur wohlschmeckend, sondern tragen auch zu einem abwechslungsreichen Speiseplan bei. Viele Sorten reifen im Garten nicht gleichzeitig, sondern erst nach und nach, so dass man über einen längeren Zeitraum immer wieder ernten kann.


Wachsende Anerkennung
2017 wurde die Bergische Gartenarche aufgrund ihrer kontinuierlichen und erfolgreichen Arbeit als „UN-Dekade-Projekt Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet, und 2018 erfolgte die Einladung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), sich bei der bundesweiten Tagung „Altes Gemüse für Neues Gärtnern“ vor Fachpublikum zu präsentieren. Diese Tagung wie auch die Auszeichnung trugen zum wachsenden Bekanntheitsgrad der Bergischen Gartenarche bei, so dass auch Institutionen wie z.B. das LVR-Museum Zeche Zollern Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert haben.
So ergab sich in 2019, dass der Verein als eine von vier Initiativen des bundesweiten Forschungsprojektes „TrafoBNE“ ausgewählt wurde. Bei diesem Projekt entwickelt und führt die Bergische Gartenarche in Zusammenarbeit u.a. mit dem Wuppertal Institut Lernwerkstätten für SchülerInnen durch. Diese sollen nicht nur theoretisch sondern durch praktisches Tun im Arche-Garten und auf dem Permakulturhof handwerkliche Grundfertigkeiten und Kenntnisse erwerben. Diese Lernwerkstätten sind eine sinnfällige Möglichkeit, um Engagement von jungen Menschen zu wecken und dieses mit fachlichem und praktischen Lernen zu verbinden.
Die Bergische Gartenarche bietet zudem allen Interessierten die Möglichkeit, aktuelle gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen im lokalen Kontext durch gemeinsames Gärtnern mitzugestalten.

Wer über Veranstaltungen informiert werden oder sich aktiv beteiligen will, kann über die Website leicht Kontakt aufnehmen: https://bergische-gartenarche.org/


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06.02.2020, 11:11 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.02.2020 11:19 von Lupus.)
Beitrag #249
Fischereimuseum Bergheim an der Sieg
Das Fischereimuseum Bergheim an der Sieg zeigt eine Ausstellung zur Kulturgeschichte der Fischerei an der unteren Sieg. Vor mehr als 1.000 Jahren schlossen sich die Bergheimer Fischer zu einer zunftähnlichen Bruderschaft zusammen. Heute übernehmen sie Aufgaben im Bereich Bildung, Traditionspflege und Naturschutz in der Siegaue.
Das Museum in Troisdorf-Bergheim, zwischen Köln und Bonn
zeigt die Geschichte der Fischerei-Bruderschaft, die Entwicklung des Naturraumes an der unteren Sieg und beschreibt den Fischfang in Sieg und Rhein mit zahlreichen Objekten und Multimedia Stationen
bietet als Veranstaltungsort rund um die Themen Natur und Kultur ein umfangreiches Programm mit Sonderausstellungen und Vorträgen
stellt als außerschulischer Lernort ein gut ausgestattetes Schülerlabor bereit und bietet zahlreiche Workshops und Projekttage sowie ein besonderes Ferienprogramm an
Kinder können auf einer Rallye das Museum erkunden und auch ihren Geburtstag z.B. als "Siegpirat" oder "Flussnixe" feiern

Fischereimuseum Bergheim an der Sieg
Nachtigallenweg 39
53844 Troisdorf-Bergheim
Telefon 0228 94589017
info@fischereimuseum-bergheim-sieg.de
http://www.fischereimuseum-bergheim-sieg.de
Öffnungszeiten Museum:
Samstag 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Sonn- und Feiertag 12:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Für Gruppen auch nach Vereinbarungen.
In den Monaten November bis einschließlich März schließen wir um 17:00 Uhr.
Eintrittspreise:
Erwachsene: 2,50 €
Ermäßigt: 2,00 €
Kinder: 1,50 €
Familienkarte: 7,00 €


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10.02.2020, 18:45 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.02.2020 19:04 von Lupus.)
Beitrag #250
Deutsches Jagd- u. Fischereimuseum
Das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum hat während der letzten Jahre intensiv an der Aufarbeitung seiner Gründungsgeschichte gearbeitet. Unter der kuratierenden Leitung von Dr. Andreas Heusler, Stadtarchiv München, und gemeinsam mit einem Team von Historikern und Historikerinnen wurde ein Konzept für eine neue Ausstellung entwickelt, um die NS-belastete Gründung des Hauses transparent darzustellen. Das Museum stellt sich in dieser neuen Dauerausstellung nicht nur seiner Vergangenheit, sondern eröffnet außerdem eine begleitende Sonderausstellung mit dem Titel „Jagdgründe. Eine andere Geschichte der Macht“. Ab 13.11. sind beide Ausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich.

Dauerausstellung Gründungsgeschichte

Mit der neuen Dauerausstellung zur Gründung des Deutschen Jagdmuseums während der NS-Zeit schließt das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum eine Lücke in der eigenen Geschichte. Das Haus reagiert damit auf berechtigte Kritik und korrigiert die bisherige Schieflage in der historischen Selbstwahrnehmung. Es besteht kein Zweifel: Das zwischen 1933 und 1938 auf Initiative des berüchtigten Christian Weber gegründete Deutsche Jagdmuseum war eine genuin nationalsozialistische Schöpfung. Wir finden im Dunstkreis des Museums zwielichtige und machtbewusste Figuren wie die Gauleiter Adolf Wagner, Hinrich Lohse und Martin Mutschmann. Hans Frank , später als Hauptkriegsverbrecher zum Tode verurteilt, spielt ebenso eine Rolle wie der bayerische Gaujägermeister und Reichsstatthalter Franz von Epp. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass das Projekt Jagdmuseum gegen den erbitterten Widerstand des mächtigen Reichsjägermeisters Hermann Göring realisiert werden konnte. Der Streit um das Jagdmuseum ist insofern auch ein aussagekräftiges Beispiel für Machtarithmetik und Machtpolitik im NS-Staat

Jagdgründe. Eine andere Geschichte der Macht
Sonderausstellung vom 13. November 2019 bis 31. März 2021 im Weißen Saal des Museums

Begleitend zu der neuen Dauerausstellung über die Gründungsgeschichte des Museums zeigt das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum die Sonderausstellung „Jagdgründe. Eine andere Geschichte der Macht“, die sich mit der Geschichte der Jagd und ihrer Rolle im Kontext von Macht, Politik und Wirtschaft befasst. Seit dem Mittelalter besteht zwischen Jagd und Macht ein Zusammenhang: nur die herrschende Elite durfte jagen. Als Privileg des Adels wurde die Jagd auch zu einer symbolisch-politischen Handlung, deren Inszenierung der Machtsicherung diente. Über viele Jahrhunderte war die Jagd ein Oberschichten- und Männerphänomen.

Die Ausstellung JAGDGRÜNDE zeigt die Jagd als Aktionsfeld von Mächtigen. Sichtbar werden Akteure und Netzwerke in Vergangenheit und Gegenwart, in Ost und West, in Politik und Wirtschaft, ihre Motive und Ziele. Auch die Geschichte des Museums selbst erfährt eine neue Deutung: die Eröffnung des Deutschen Jagdmuseums im Jahr 1938 zeigt eindrucksvoll die ideologische Instrumentalisierung jagdlicher Themen.
Heute ist die Jagd eine andere. Sie hat den Anschein der Exklusivität verloren, sie wird weiblicher und stellt sich den Herausforderungen der Gegenwart: Artenvielfalt, Naturschutz und Verantwortung motivieren viele Jäger.

Zusätzlich zur Ausstellung bietet das Museum ein Rahmenprogramm, das Sie dem Anhang entnehmen können.
Kinder ab dem Lesealter können die Ausstellung gemeinsam mit dem „Kleinen Kurfürst Max“ erleben und so mehr über die Jagd früher und heute erfahren.
Rahmenprogramm
Die Führungen sind für unsere Besucher kostenfrei
9.2.2020, 15 Uhr
Führung: „Jagdgründe - Die Jagd im NS-Staat und der DDR.“ Die Kuratorenführung mit der Historikerin Dr.
Franziska Brüning konzentriert sich auf die unterschiedliche Instrumentalisierung der Jagd im Nationalsozialismus und der DDR.
11.2.2020, 18 Uhr
Vortrag: Das Deutsche Jagdmuseum und seine Gründung. Nationalsozialistische Ideologie im Licht von
Jagd und Macht. Ein Vortrag von Dr. Andreas Heusler, Historiker und Kurator der Ausstellung „Jagdgründe“. Warum ein Jagdmuseum? Warum in München? Die Gründungsgeschichte des Deutschen Jagdmuseums ist auch eine Geschichte über die NS-Elite der „Hauptstadt der Bewegung“, eine Geschichte über Eitelkeit, Inszenierung und Begünstigung. Und eine Geschichte über München – die Stadt, in der alles begann und die sich nur zu gern als Mittelpunkt des nationalsozialistischen Deutschland sah.
16.2.2020, 15 Uhr
Führung: „Jagdgründe - Hirschjagd und adeliges Selbstverständnis" Die Kuratorenführung mit der Historikerin Dr. Christine Rädlinger konzentriert sich auf die Jagd als wichtigen Bestandteil adeligen Lebens im
Mittelalter und in der Frühen Neuzeit.
18.2.2020, 19 Uhr
Vortrag: Wolf, Bär und Luchs in der Kulturlandschaft. Der promovierte Biologe Marco Heurich berichtet
von seinen Erfahrungen mit den großen Beutegreifern im Nationalpark Bayerischer Wald und die Gefahren und Chancen, die ein Zusammenleben mit diesen „Big Three“ bedeuten können. Wie sollen wir mit
den großen Beutegreifern umgehen, welche Konfliktfelder – von Jagd und Landwirtschaft bis zu Siedlung
und Freizeitnutzung – bestehen und welche Möglichkeiten gibt es für ein Miteinander?
27.2.2020, 15 Uhr
Kinderprogramm: „Ansitzgedanken“ mit dem Künstler, Autor und Jäger Dr. Jörg Mangold können Kinder
im Grundschulalter Geschichten von der Jagd hören, die sofort aufs Papier gezaubert werden und auch
selbst künstlerisch tätig werden.
Wir bitten um Anmeldung unter 089 22 05 22. Teilnehmerzahl begrenzt. Wasserfarben und Papier sind
vorhanden.1.3.2020, 15 Uhr
Führung: „Jagdgründe - Die Jagd im NS-Staat und der DDR.“ Die Kuratorenführung mit der Historikerin Dr.
Franziska Brüning konzentriert sich auf die unterschiedliche Instrumentalisierung der Jagd im Nationalsozialismus und der DDR.
15.3.2020, 15 Uhr
Führung: „Jagdgründe .... und ihre Hintergründe.“ Dr. Andreas Heusler erörtert die Ausstellungsschwerpunkte und geht vor allem auf die nationalsozialistisch geprägte Gründungsgeschichte des Deutschen
Jagdmuseums ein.
17.3.2020, 18:30 Uhr
Vortrag: Königs- und Jagdbilder bei Francisco de Goya. Prof. Dr. Helmut Jacobs von der Universität Duisburg-Essen nimmt Sie mit in das jagdliche Spanien des 18. und 19. Jahrhunderts. Das komplexe Zusammenspiel von Jagd und Macht am spanischen Königshof wurde durch die Jahrhunderte in der Malerei repräsentativ dargestellt. Vor diesem Hintergrund ist es dennoch überraschend, im Werk des Malers Francisco de Goya (1746-1824), der selbst passionierter Jäger war, eine so große Anzahl an Jagdbildern zu entdecken, in denen er die unterschiedlichsten Aspekte und Themen des Weidwerks behandelt.
24.3.2020, 18 Uhr
Vortrag: „Provenienzforschung im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum“. Christine Bach stellt in diesem
Vortrag ihre Ergebnisse zur Provenienzforschung im Haus vor. Ein Einblick in laufende und abgeschlossene Raubkunstfälle.


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